8. August 2014

Nach Jahren sind Kiyoko und ich mal wieder gemeinsam mit der Bahn gefahren:  von Katsuda (Hitachinaka-shi) mit dem Super-Hitachi in 1:15 Minuten nach Ueno (Tokyo). Es ist der schnellste Zug auf der Joban-Linie, die eigentlich zwischen Tokyo und Sendai verkehrt, aber seit dem 11.3. in Iwaki endet. Die Strecke durch die Präfektur Fukushima bis Sendai in der Miyagi-Präfektur ist noch nicht wieder hergestellt. D.h. wer von Katsuda aus nach Sendai will muss den großen Umweg über Tokyo fahren. Das sind etwa 3 Stunden mehr Bahnfahrt. Das bedeutet auch, dass die Züge nicht so voll sind und man - anders als früher - jederzeit eine Fahrkarte erstehen kann. Wie oft mussten wir die damals üblichen 2 Stunden zwischen Ueno und Katsuda stehen... Die frohe Botschaft ist, dass die Strecke zwischen Iwaki und Sendai im nächsten Jahr wieder befahrbar sein soll. Ich denke an die Arbeiter, die im kontaminierten Gebiet die Bahnstrecke herrichten müssen...

Heute war die Fahrt einfach nur schön: durch weite Reis- und Lotusfelder (beide gedeihen im Wasser), vorbei an Weilern und Dörfern, an großräumigen Fabrikanlagen und ein paar Hochhäusern, mit nur einem Halt in Tsuchirura. In Ueno, wo der Bahnhof immer sehr voll ist, umsteigen in die Yamate-Linie, die einen Kreis um das Stadtzentrum fährt, besser, die ein Stadtzentrum nach dem andern im Kreis durchfährt, zwei Stationen weiter, in Akihabara, umsteigen in die Chuo-Linie, die quer durch Tokyo von Ost nach West verläuft. In Akihabara müssen wir - anderswo ist das Umsteigen einfacher - unseren Koffer zwei Treppen hochtragen, was bei den vielen Reisenden ganz schön anstrengend sein kann. Aber dann über Ochanomizu nach Suidobashi. Hier irgendwo soll unser Hotel sein: Tokyu Stay Hotel. Wir sind viel zu früh da und müssen 2 Stunden aufs Einchecken warten. Um 14:30 Uhr werden wir von Herrn Zushi abgeholt und treffen mit einigen Rechtsanwälten zusammen, die den Prozess gegen den Yasukunischrein-Besuch von Ministerpräsident ABE im Dezember vergangenen Jahres betreiben. Herr  Zushi gehört zu der Bürgerinitiative, die die Rechtsanwälte in dieser Angelegenheit unterstützen. 

Einer der Rechtsanwälte, Herr Kimura, ist mir aus meinen Tagen in Japan bekannt: er gehörte zur Kanzlei von RA Imamura, einem alten Freund der DOAM. Heute ist er der leitende Rechtsanwalt in diesem Prozess. Wir freuen uns, uns auf diese Weise wieder zu treffen. Bei dem langen Gespräch an diesem Nachmittag und Abend ist er verhältnismäßig ruhig, überlässt die Gesprächsleitung der jüngeren Generation. Seine  Kanzlei hat er in Abiko - vor den Toren von Tokyo. Wir sind heute früh an seiner Stadt vorbeigefahren. - In unserem Gespräch ging es vor allem darum, dass die Rechtsanwälte mich und meine Stellungnahme direkt und persönlich kennen lernen wollten. Sie werden ja auch meine Klage (ein Teil der Sammelklage von vikelen Japanern, Koreanern und Taiwanesen) vor Gericht zu vertreten haben. Morgen, am Samstag, wird das Symposium im Korean YMCA stattfinden, bei dem ich über den Yasukunischrein, von Deutschland aus gesehen, berichten soll. Prof. Dr. E. Kido von Kyoto hat meinen Vortrag bereits übersetzt....


Hier das Pprogramm des Symposiums:


2014 平和の灯を!ヤスクニの闇へ キャンドル行動


靖国参拝は「平和維持」に必要か?!−世界から見るヤスクニ

 場所:韓国YMCAスペースY 13:00開場 13:30開会

サイドイベント 映像で観るヤスクニ 9Fホール 10:30〜

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<スペースY>

13:30〜 開会挨拶

13:45〜 シンポジウムードイツ・アメリカから見るヤスクニー

 報告1 軍事大国化への道と戦没者顕彰 

      山田昭次(立教大学名誉教授)

 報告2 ドイツからヤスクニを見る

      パウル・シュナイス(牧師)

 報告3 戦没者追悼と靖国神社

      内田雅敏(弁護士)

 報告4 アメリカからヤスクニを見る

      ダグラス・ラミス(沖縄国際大学教員)

16:30〜 被害者証言・特別アピール

  (被害者証言)韓国・太平洋戦争被害者補償推進協議会

         日本・神奈川平和遺族会 津波古勝子

  (台湾からのビデオメッセージ)

(アピール) 安倍靖国参拝違憲訴訟

         ノー!ハプサ二次訴訟

         8・14日本軍「慰安婦」メモリアルデー

         戦争をさせない1000人委員会

17:00〜 コンサート

  (韓国) ソン・ビョンフィ、ムン・ジンオ、キム・ガヨン

  (日本) 村山二郎(篠笛演奏)

18:30〜 開会挨拶、行動提起

19:00〜 キャンドルデモ

*****9F国際ホール 10:30〜 *****************

サイドイベント「映像から考えるヤスクニ」

「考えてみよう靖国問題」、「出草の歌」ほか多数上映



 

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