06. Juli 2014

Sonderführung zum Todestag von Jan Hus


Sonntag, 6. Juli, 13 Uhr: "Das Konstanzer Konzil und die Spuren von Jan Hus" (2 € zzgl. Eintritt)

Tod auf dem Scheiterhaufen: Vor 599 Jahren starb Jan Hus in Konstanz – Sonderführung in der Großen Landesausstellung

Eine dramatische Begebenheit überschattet das Weltereignis des Konstanzer Konzils bis heute: Die Verbrennung des Reformators Jan Hus als Ketzer. Dieser bedeutungsvolle Tag jährt sich am Sonntag, den 
6. Juli, und ist Anlass für das Badische Landesmuseum um 13 Uhr eine besondere Themenführung in der Großen Landesausstellung „Das Konstanzer Konzil“ anzubieten: „Das Konstanzer Konzil und die Spuren von Jan Hus“.


„Die Wahrheit siegt über alles.“ Dieser Ausspruch des Predigers Hus klingt angesichts seiner bewegenden Lebensgeschichte mit dem tragischen Ausgang ironisch. Früh erkennt der Priester die Missstände in der katholischen Kirche und setzt sich für grundlegende Reformen ein. Seine scharfe Kritik an der Institution führt zur Anklage und Verbannung. Der Konflikt zwischen Hus und der Kirche gipfelte 1414 in der Vorladung vor das Konzil, das nach Konstanz einberufen war. König Sigismund von Luxemburg hatte dem Prediger eigentlich freies Geleit zugesichert. Dennoch: Er wurde verhaftet und nach einem Prozess, durch den er als Ketzer verurteilt war, am 6. Juli 1415 zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und westlich der Konstanzer Stadtmauer verbrannt. Aber seine Lehren setzten sich mit Martin Luther fort und führten schließlich zur Reformation.

Die Asche von Jan Hus mitsamt den verkohlten Resten, die vom Scheiterhaufen übrig geblieben waren, wurden geflissentlich im Rhein versenkt, denn absolut nichts sollte von diesem vermeintlichen Ketzer erhalten bleiben. Nun werden in der Großen Landesausstellung aber dennoch gleich zwei mögliche Reliquien gezeigt: ein spektakuläres Textilfragment, das vom Mantel des böhmischen Reformators stammen soll, und ein Holznagel von der Gefängniszelle, in die Hus auf der Nahe gelegenen Burg Gottlieben eingesperrt war. Sensationell sind auch die fantastischen Tafelbilder aus Tábor: Sie zeigen die älteste monumentale Darstellung von der Verbrennung des Predigers. Erst in den 1960er Jahren wurden sie durch Zufall entdeckt und wegen der aufwendigen Restaurierungsarbeiten bisher nie öffentlich gezeigt. Dank der ausgesprochen guten Kooperation mit dem Hussitenmuseum in Tábor sind die Originaltafeln nun erstmals in der Großen Landesausstellung zu sehen! Hörstationen machen die Welt der böhmischen Reformatoren um Jan Hus auch akustisch erlebbar. Und viele Exponate heben die spannende Rezeptionsgeschichte und die großartige Bedeutung des Reformators bis heute hervor.

Themenführung: „Das Konstanzer Konzil und die Spuren von Jan Hus“

So, 6.7., 13 Uhr, Konzilgebäude Konstanz, 2 € zzgl. Eintritt
RNZ 4.7.2014
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5.-6.7 in Chengdu/Sichuan, 6.-8.7. in Beijing



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