Das geteilte Land - KOREA

2011: KIM Jong Il verstorben - KNCC & PROK

KNCC  -  Remark 19. Dez. 2011
PROK  -  Remark 20. Dez. 2011
L. Drescher  -  Kommentar

KNCC
A Remark on the death of North Korean Leader Kim Jung Il

The National Council of Churches in Korea expresses its sincere condolences on the death of Kim Jung Il, North Korean Leader, and we pray that God's consolation be with people in North Korea who are in the midst of grieving and suffering. It should not be a moment which is threatening peace on the Korean peninsula and worsening of North and South relationship. We hope that South Korean government take this to ease conflict between North and South, sending condolence delegation consisting of representatives from government as well as from society including religious community and paying its respects to the deceased. And We ask international community to cooperate continuously not taking this for breaking of security on the Korean peninsula, but for building peace on the region of North East Asia.

December 19, 2011

Rev. Kim Young Ju, General Secretary
Rev. Kim Ki Taek, Chair of the Unification Committee
The National Council of Churches in Korea

PROK
A Remark on the death of DPRK Leader Kim Jung-Il

Committed to peace and reunification of the Korean Peninsula, the Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK) expresses its sincere condolences to the family and the whole nation of the Democratic People's Republic of Korea (DPRK) for the death of Leader Kim Jung-Il. We pray that God's consolation be with the North Korean people who are in the midst of grieving and suffering, and that the people overcome their deep grief and the North Korean society will be stabilized.

The demise of Leader Kim Jung-Il should not be made as a condition for worsening of the North and South relationship and aggravating tension and threat on the Korean Peninsula. Rather it should be a moment to reflect on the meaning of the North-South Joint Declarations signed by Leader Kim Jung- Il and the two former South Korean Presidents Kim Dae-Jung and Roh Moo-Hyun, and finding means to fulfill the agreements in achieving genuine reconciliation and reunification of the Korean Peninsula.

We hope that the South Korean government take this as an opportunity to ease the conflict between North and South and create peaceful conditions by sending condolence delegation to the DPRK consisting of government representatives as well as from society including representatives of religious communities and paying respects to the deceased North Korean leader.

We request our partners and friends all over the world to pray together with the PROK that this critical moment would be a ripe moment for building peace in the region of North East Asia and not as threat to the security on the Korean peninsula.
December 20, 2011

REV. BAE TAE-JIN
General Secretary
Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK)

REV. HAN KI-YANG
Chairperson
Peace and Reunification Committee
Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK)

 

Lutz Drescher, Ostasienreferent im EMS
Kommentar

Die Bemerkung der PROK ist in sich eine Weiterentwicklung dessen, was der NCCK am Tag zuvor bereits zum Ausdruck gebracht hat.

Interessant daran ist, dass von einer „Bemerkung" und nicht von einem „Statement" gesprochen wird. Dahinter steckt zum einen die Scheu, einen Todesfall zum Anlass eines Statements zu nehmen, zum anderen wohl die Einsicht, dass die hier geäußerte Meinung weder von der Mehrzahl der Mitglieder der PROK, geschweige denn von allen Mitgliedskirchen im NCC mitgetragen wird. Auf Grund der bis heute nachwirkenden traumatischen Erfahrungen des Koreakriegs ist der kalte Krieg in Korea noch immer nicht vorüber und stehen sämtliche Diskussionen zur Zukunft auf der koreanischen Halbinsel unter dem Schatten von einander widerstreitenden Ideologien. So ist die südkoreanische Bevölkerung, sind die südkoreanischen Kirchen tief gespalten.

Beide Bemerkungen sind Kondolenzschreiben und in beiden wird die Fürbitte für das Nordkoreanische Volk ausgedrückt. In beiden Statements wird die Sorge angesprochen, dass sich das Verhältnis der beiden Staaten verschlechtern könnte. Die PROK erinnert dabei an die beiden Gipfeltreffen von 2000 und 20007 und deren Beschlüsse und fordert dazu auf, diese umzusetzen, um so den Weg zu echter Versöhnung und Wiedervereinigung zu ebnen.

Schließlich ist in beiden von der Hoffnung die Rede, dass die Südkoreanische Regierung eine Kondolenzdelegation nach Nordkorea entsendet um zur Entspannung beizutragen.

Inzwischen ist klar, dass es aus den am Anfang genannten Gründen nicht zu einer Entsendung einer entsprechenden Delegation kommen wird. Meine Befürchtung, dass der Konflikt evtl. dadurch verschärft werden könnte, dass negative Äußerungen über die Herrschaft von KIM Jong Il von Seiten der Regierung veröffentlicht werden, wie dies 1994 nach dem Tod von Kim Il Sung der Fall war, ist jedoch glücklicherweise auch nicht eingetreten. Es ist umgekehrt sogar die Erlaubnis erteilt werden, dass Angehörige von KIM Dae Jung die Trauerfeier besuchen, was als ein positives Zeichen zu bewerten ist.

Falls weiterhin politische und diplomatische Klugheit sich durchsetzen, dann könnte ein Zeichen der Kooperationsbereitschaft und des Willens zur Versöhnung dadurch gesetzt werden, dass zur Einführung von KIM Jong Un als dem „großen Nachfolger" eine Delegation nach Nordkorea entsandt wird. Auf diese Weise könnte wirklich ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea aufgeschlagen werden.

Von ihm wird gesagt, dass er von 1998 bis 2000 im Alter von 15 - 17 Jahren eine Schule in der Schweiz besucht hat und damit anders als sein Vater der nie ein Flugzeug bestiegen hat, etwas von der Welt außerhalb gesehen hat. Seine Tante Kim Kyong-hui (die Schwester von KIM Jong-Il) und Ihr Mann, Jang Song-thaek, die ihn sozusagen unter ihre Fittiche genommen haben, gelten darüber hinaus als recht pragmatisch.  Auf der anderen Seite wird auch vermutet, dass Kim Jong Un nach seiner Ernennung zum General, gleichsam um seine Entschlossenheit unter Beweis zu stellen an den militärischen Konflikten mit Südkorea maßgeblich beteiligt war. Wie immer  - und das ist gut, sich immer weder klar zu machen – gibt es in Bezug auf Nordkorea mehr Frage - als Ausrufezeichen.

Sicher werden die kommenden Monate kritisch sein, und es ist noch lange nicht ausgemacht, ob sich die Falken oder die Tauben, die es beide auch im Norden gibt, durchsetzen werden.

Von der internationalen Gemeinschaft erhoffe ich, dass sie sich zurückhält mit vorschnellen negativen Beurteilungen; dass sie alle Möglichkeiten, die zu Entspannung und zur Öffnung des Landes beitragen könnten nutzt.  Wir als Kirchen hoffen darüber hinaus, dass - wie zuletzt auch von der ÖKR Versammlung in Jamaika gefordert - mutige Schritte zu einem Friedensvertrag zwischen den USA und Nordkorea gegangen werden.

Um der Menschen in Nordkorea willen lasst uns die Hoffnung, dass auch dort Veränderungen möglich sind, nicht aufgeben! (Lutz Drescher)

Mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers.

 

 

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