"Trostfrauen", Wiedergutmachung und Menschenrechte

2010: 900. Mittwochsprotest Berlin: Erklärung

Am 13. Januar 2010 vor der Japanischen Botschaft, Hiroshimastraße 6

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Am 13. Januar 2010 auf dem Weg zum Brandenburger Tor

 

900 Mal seit 1992 . Jeden Mittwoch vor der jap. Botschaft in Seoul

 

Solidarität mit den Opfern von sexueller Sklaverei durch das Militär Japans während des 2. Weltkriegs:  in Korea, in Taiwan, In China, in Südostasien: am 13. Januar 2010 vor dem Brandenburger Tor.


Eine Erklärung vom 900. Mittwochsprotest zur Regelung der Probleme der militärischen sexuellen Sklaverei durch Japan

Heute haben wir uns wieder alle hier versammelt, um zum 900. Mal gegen die japanische Botschaft zu rufen. Wenn wir uns diese Zahl von 900 vor Augen halten, können wir nicht umhin, feierlich unsere Köpfe zu senken. Es ist lange her, dass die Rechte der Frauen durch dieses systematische sexuelle Verbrechen verletzt worden sind, das nie zuvor und auch danach in so einem Umfang existiert hat. Trotzdem hat die japanische Regierung noch nicht einmal die Verantwortung für ihre Verbrechen anerkannt. Diese Situation macht uns verzweifelt. Obwohl wir die Mittwochsprotest seit achtzehn Jahren durchführen, hat sich das geschlossene Eisentor der japanischen Botschaft noch nie für uns geöffnet.

Dennoch sehen wir, die die Mittwochsprotest nie unterbrochen haben, deutliche Hoffnung statt Verzweiflung. Wir haben unbeschreibliche Schmerzen ausgehalten und tragen ihre Narben. Noch während wir uns anstrengen dieses Problems zu regeln, stellen sich uns weiterhin viele Hindernisse aus verschiedenen Richtungen entgegen. Manchmal fühlen wir uns hoffnungslos.

Aber wenn wir hoffnungslos gefühlt haben, hat es immer jemanden gegeben, die/der uns geholfen hat. Wir halfen dann anderen, wenn wir unsere Verzweiflung überwunden hatten. Das sind unsere treibende Kräfte, die diesen Protest am laufen halten. Dieser Protest beschwört eine "hoffnungsvolle Geschichte" herauf, die sich aus Frauen und Bürger/innen zusammensetzt, die sich nach Frieden sehnen. Halmoni, die ihre Geschichten in der Stille verbargen, sprechen und schreiben jetzt, dass nicht sie es sind, die die Schande zu tragen haben, sondern das der rechtmäßige Eigentümer dafür die japanische Regierung ist. Wir haben keine Zeit Verzweiflung zu empfinden.

Dieser Mittwochsprotest wird von den Menschen getragen, die sich hier versammelt haben in der Hoffnung auf einen Frieden, der sich nur dann einstellen wird, wenn unsere Forderungen erfüllt werden. Denn wir werden diesen Protest nicht beenden, bevor die japanische Regierung ihre Verantwortung in vollem Umfang eingeräumt und das Problem gelöst hat. Wir werden weitermachen und mit uns die hoffnungsvolle Nachricht tragen, die durch die mutigen Handlungen der Halmoni und die Mittwochsproteste immer wieder erneuert werden. Wir sprechen auch für die vielen Frauen, die noch immer unter dem Schatten des Krieges auf der ganzen Welt sexuell verletzt werden. Wir werden unseren Weg weiter gehen, um eine neue Ära zu schaffen, in denen Frauen nicht mehr als das andere Geschlecht sexuell verletzt und / oder diskriminiert werden.

Die aktuelle japanische Regierung muss erkennen, dass sie sich immer mehr an die Positionen ihrer Vorgängerin, der Militarismus-Regierung, angenähert hat, in dem sie die wachsende Zahl von Stimmen ignoriert, die Maßnahmen fordern. Aus diesem Grund muss sich die japanische Regierung offiziell bei den Überlebenden für die militärische sexuelle Sklaverei durch Japan entschuldigen und unverzüglich ein Gesetz erlassen, um dieses Problem zu regeln. Auch die südkoreanische Regierung muss aktiv die anhaltenden Probleme im Zusammenhang mit Krieg und Japans Kolonialherrschaft beheben, so dass sie eine friedliche Beziehung mit Japan für die nächste Generation befürworten können.

Aus diesem Grund stellen wir hier auf dem 900. Protestmittwoch folgende Forderungen:

  • Die japanische Regierung muss sich offiziell bei den Überlebenden für die militärische sexuelle Sklaverei durch Japan entschuldigen und sie entschädigen!
  • Die japanische Regierung muss Rechtsvorschriften erlassen, um eine Wiederholung des militärischen sexuellen Sklavereisystems zu verhindern, so dass die Halmoni ihre menschliche Würde und Ehre wiederbekommen!
  • Die südkoreanische Regierung muss aktiv eine diplomatische Politik-Richtlinie durchsetzen, um dieses Problem zu lösen!
  • Beide Regierungen dürfen die vielen Menschen nicht vergessen, die unter Krieg und Kolonialherrschaft gelitten haben und große Anstrengungen unternommen haben, die Menschenrechte der Opfer und Überlebenden wiederherzustellen, indem sie all die Verbrechen der kolonialen Vergangenheit an die Oberfläche gebracht haben und für die Herbeiführung einer dauerhaften und friedlichen Lösung eintreten!
  • Lasst uns eine friedliche Welt schaffen, in der es keine sexuelle Diskriminierung und Verletzung von Frauen gibt! Stoppt Gewalt gegen Frauen!

13. Januar 2010

Von allen Anwesenden beim 900. Mittwochsprotest für die Lösung des Problems der militärischen sexuelle Sklaverei durch Japan

The Korean Council for Women Drafted for Military Sexual Slavery by Japan

Als pdf-Datei hier

Aktuelle Petitionen

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Aufruf: Freilassung der politischen Gefangenen in Südkorea - Dez 2017


 

Wiedergutmachung?

KANG Duk-Kyung: "Bestraft die Verantwortlichen damit Friede werde" 

 Grundlegende Texte 1993

4.8.1993
Statement by the Chief Cabinet Secretary Yohei KONO on the result of the study on the issue of "comfort women"

4.8.1993
On the Issue of Wartime "Comfort Women". Hier sind die Ergebnisse der Nachforschungen durch die Regierung zusammengefasst.

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