IWANAMI, Dr. Tetsuo - Bibliographie

Professor IWANAMI Tetsuo, Tokyo, Japan

 




VERZEICHNIS DER SCHRIFTEN






I. Bücher

Studien zur Religionsphilosophie Hegels, Tokio 1984.
Denken eines Reisenden, Tokio 1991

II. Aufsätze und Artikel

Grundzug hegelscher Denkweise mit Beziehung auf seine Wissenschaft der Logik. In: „Gakuho (Bulletin)“ von Shukutoku-College, Tokio 1961, Nr.1.

Deutsche Philosophie heute, ihr Ursprung und Tendenz. In: „Philosophia“ von Philosophischer Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1965, Nr. 50.

Altes Testament; Atheismus; Augustinus; Dialektische Theologie; Hebräisches Denken; Katholizismus; Mystik; Neues Testament; Patristik; Protestantismus; Reformation; Urchristentum. Artikel in: Shinzaburo Matsunami (Hrsg.), Lexikon der Geschichte des europäischen Denkens, Tokio 1973.

Die Gedankenbildung und die Religion des jungen Hegels. In: „Philosophia“ von Philosophischer Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1975, Nr.63.

Memento Mori! In: „Jitsuzonshugi“ , Zeitschrift von der Gesellschaft für Existentialismus, Tokio 1975, Nr.73.

Über die Kehre von Heidegger. In: „Jitsuzonshugi“, Zeitschrift von der Gesellschaft für Existentialismus, Tokio 1976, Nr.77.

Hegel und die Geschichte. In: „Jitsuzonshugi“, Zeitschrift von der Gesellschaft für Existentialismus, Tokio 1977, Nr.79.

Hegel und die Religion. In: „Philosophia“ von Philosophischer Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1978, Nr.66.

Christentum und Marxismus. In: „Jitsuzonshugi“, Zeitschrift von der Gesellschaft für Existentialismus, Tokio 1979, Nr.86.

„Gottes Tod“ in Hegel. In: Bulletin of the Graduate Division of Literature of Waseda University. Tokio 1984, Nr.30.

Atheismus. In: „Philosophia“ von Philosophischer Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1986. Nr.73.

Barth und Gollwitzer. In: Das Christentum in Japan und Karl Barth. Zu Barths 100. Geburtstag. ( Shinkyo Koinonia ), Tokio 1986, Nr.3.

Eine Überlegung über den Sinn und Unsinn--In Bezug auf den Nihilismus. In: Riso (Ideal), Tokio 1991, Nr.647.

Auslegung, Exegese; Beten; Deismus; Dogma, Dogmatik; Evangelium Johannes; Ewigkeit; Gott; Mittler; Offenbarung; Theodizee; Theologie; Verzeihung. Artikel in: Hisatake Kaato u. a. (Hrsg.), Hegel-Lexikon, Tokio 1992.

Eine Überlegung über den Humanismus. In: Bulletin of the Graduate Division of Literature of Waseda University, Tokyo 1992, Nr.37.

Religion und Religionskritik. Hegel und K. Barth -- In: Annals of Existential Thought , Tokio 1992, Nr.7.

Geschichte, das Geschehnis und die geschichtliche Tatsache, In: Bulletin of the Graduate Division of Literature of Waseda University, Tokio 1994, Nr.39.

Das Buch von einem Zeugnis für Jesu Das Neue Testament. In: Chumaru Koyama (Hrsg.), Neun Abenteuer um die Bibel. Tokio 1995.

Nietzsche um das Christentum. In: Bulletin of the Graduate Division of Literature of Waseda University, Tokio 1998, Nr.43-1.

Memento Mori! In: L.-W. Hamer(Hrsg.), Damit wir einander nahe sind. Festgabe für Heyo E. Hamer anläßlich seines 65 Geburtstages, Egelsbach u.a. 1998.

Hegel und das Christentum. In: „Philosophia“ von Philosophischer Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1999, Nr.86.

Die Meiji Ära--von Missionar Spinner aus gesehen. In: „Hikakushisou (Vergleichendes Denken)“ von Gesellschaft für vergleichendes Denken. Tokio 1999, Nr.26-1.Beiheft.

Über Hegels Wort „Gott selbst ist tot“. In: Studien zu Hegels Philosophie von Hegel- Forschungskreis Tokio, Tokio 2000. Nr.6.

Wie erreicht man eine Position, von der aus sich in die Zukunft blicken läßt? In: Philosophia von Philosophischer Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1999, Nr.87.

Der Wille zum Mitleben. In: Annals of Existential Thought für die Gesellschaft für existentiales Denken Japan, Tokio 2003, Nr.18.

Förderer des japanisch-deutschen Kulturaustausches - Wilfrid Spinner. In: „Die Brücke“ von der Japanisch-Deutschen Gesellschaft e.V., Tokio 2004 März. Nr575

III. Übersetzungen

Helmut Gollwitzer: Jesu Tod und Auferstehung nach dem Bericht des Lukas (München 1914), übersetzt zusammen mit F. Okamoto, Tokio 1962.

Walter Biemel: Jean-Paul Sartre (Rowohlts Monographie 87, 1964), Tokio 1967.

Emanuel Hirsch: Sören Kierkegaard. In: Geschichte der neueren evangelischen Theologie im Zusammenhang des europäischen Denkens, 5. Band (Gütersloh 1954), in: Ergänzungsband für die gesammelten Werke Kierkegaards (Japanische Ausgabe), Tokio 1968.

Hermann Glockner: Die europäische Philosophie von Anfängen bis zur Gegenwart (München 1958), übersetzt zusammen mit Kollegen, Tokio 1968-68. Japanische Ausgabe in 3 Bänder.

Karl Barth: Der Römerbrief (2.Aufl. 1921), übersetzt zusammen mit K. Ogawa, Tokio 1968.

K. Barth: Der Mensch im 18. Jahrhundert. In: Die protestantische Theologie im 19. Jahrhundert (Zürich 1946), in: 1.Bd. von 3 Bänder der japanischen Ausgabe -- 2.und 3. Bänder, nicht erschien--,Tokio 1971.

Gert Otto: Vernunft, Aspekte zeitgemäßen Glaubens (Stuttgart/Berlin 1970), Tokio 1971.

Walter Schulz: Der Gott der neuzeitlichen Metaphysik. Tokio 1973(1.Aufl.), 1986(2. Aufl.).

Oskar Negt: Zum Problem der Aktualität Hegels. In: Oskar Negt (Hrsg.), Aktualität und Folgen der Philosophie Hegels in: „Gendaishisou (Modernes Denken)“, Tokio 1973, Nr.2.

Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, 2. Band (2.Aufl. 1844), übersetzt zusammen mit Kollegen, Tokio 1973-74. 2. und 3. Bänder von japanischer Ausgabe in 3 Bänder.

Helmut Gollwitzer: Jesu Tod und Auferstehung nach dem Bericht des Lukas, verbesserte japanische Auflage, in Zusammenarbeit mit F. Okamoto, Tokio 1986.

Walter Jaeschke: Die Religionsphilosophie Hegels (Darmstadt 1983), Tokio1990.

David Friedrich Strauß: Leben Jesu, kritisch bearbeitet (2 Bänder, Tübingen 1835-36), Tokio 1996, 2 Bänder.

Wilfrid Spinner: Japan-Tagebuch, hrsg. von H. Hamer. In: Ein Fragment vom Christentum im Meiji-Ära --Japan-Tagebuch von Missionar Spinner, übersetzt zusammen mit F. Okamoto, Tokio 1998.

Karl Barth: Der Römerbrief (2.Aufl. 1921), verbesserte japanische Auflage, in 2 Bänder, übersetzt zusammen mit K. Ogawa, Tokio 2001.

Dietrich von Engelhardt: Historisches Bewußtsein in der Naturwissenschaft von der Aufklärung bis zum Positivismus (Freiburg/München 1979), übersetzt zusammen mit Kollegen, Tokio 2003.

IV. Verschiedenes

Rezension: Käte Oltmann, Meister Eckhart (1957). In: „Philosophia“, Philosophische Gesellschaft der Waseda-Universität, Tokio 1959, Nr. 37.

Predigt: Ihr habt das ewige Leben. In: „Christ in Fernost“ von DOAM, Düsseldorf 1964, Nr.2.

Predigt: Vom Christentum zum Evangelium Christi (Predigt gehalten im Taishin-Gemeinde), in „Taishin“ ,Tokio 1988, Nr.436.

Rezension: Shigeru AOKI, Die Christologie Hegels, Tokio 1995. In: ANNUAL REPORT ON THELOGY, Tokio 1996, Nr.35.

Rezension: Lessing und die Deutsche Aufklärung von Toshima YASUKATA, Tokio 1998. In: ANNUAL REPORT ON THELOGY, Tokio 1999, Nr.38.

V. Herausgabe

Einhundertjährige Geschichte des CVJM der Waseda-Universität, gesehen durch Interviews, Tōkyō 1986.








Abstractt

Das missverstandene Christentum SPINNERs im Japan der Meiji-Zeit

IWANAMI Tetsuo, Tokyo

Wilfrid SPINNER weilte von 1884 1891 gut 5 Jahre in Japan. In dieser Zeit hatte er sehr viel zu tun. Wenn wir sein Tagebuch lesen, merken wir, das sein Aufenthalt in Japan eigentlich zu kurz war. Wegen seiner Arbeitsüberlastung ist sein Tagebuch sehr fragmentarisch ausgefallen.

SPINNER ist häufig von MIYOSHI Taizô in seine Familienversammlung eingeladen worden. Später wurde diese Familienversammlung die Banchô-Gemeinde. KOZAKI Hiromichi war Pfarrer dieser Gemeinde. Auch predigte SPINNER oft in der Shitaya-Itchi-Gemeinde. Dort war UEMURA Masahisa als scharfer Kritiker von SPINNER Pfarrer dieser Gemeinde. Anfänglich stand SPINNER in guter Verbindung mit UEMURA. 1887 gründete UEMURA die Itchibanchô-Gemeinde. SPINNER sollte UEMURA bei dieser Gründung helfen.

Die Einträge von SPINNER im Tagebuch sind von Juni 1886 bis Mai 1887 unterbrochen. Als SPINNER in Mai 1887 sein Tagebuch zu schreiben wieder fortfuhr, finden wir in den Tagebuchnotizen eine bemerkenswerte Vorsicht vor der japanischen Christenheit. Besonders vorsichtig war er vor den Artikeln in den Zeitschriften und Zeitungen geworden, in denen er und die deutsche Theologie kritisiert wurden.

Meine Fragen sind:

1) SPINNER half japanischen Pfarrern. Trotzdem wurde scharfe Kritik an ihm geübt. Woher kam diese Kritik?

2) Warum nannte man damals die Theologie SPINNERs im negativen Sinne eine freie Theologie?

3) Damals verwechselte man SPINNER sogar mit Unitariern und mit Universalisten.

Nach meiner Meinung haben die damaligen japanischen Christen SPINNER missverstanden. SPINNER wurde zu den Unitariern und Universalisten gerechnet. Man behauptete, seine Theologie sei eine freie, rationale Theologie. War er wirklich Unitarier? War der Glaube SPINNERs gleich mit dem der Universalisten?

Diesen Fragen möchte ich nachgehen und darauf hin die Zeitschriften "Rikugo Zasshi", "Jo-gaku Zasshi" und "Shinri" sowie die Zeitung "Kirisutokyô Shimbun" sorgfältig überprüfen.

Aus seinem Tagebuch kann man entnehmen, daß SPINNER nicht streiten, es auch zu keiner Polemik kommen lassen wollte. Sein Kollege Karl MUNZINGER hat 1991 auf die Kritik seiner Zeitgenossen an der deutschen Theologie geantwortet. Diese Antwort steht in dem Artikel „Deutsche Theologie und das Christentum in Japan.“ Hier werden 3 Punkte genannt: 1) Deutsche Theologie ist geschichtlich. 2) Deutsche Theologie ist kritisch. 3) Deutsche Theologie ist praktisch.

Was MUNZINGER damals schrieb, ist heute akzeptierte Tatsache. Dennoch schien damals der Glaube von SPINNER den damaligen japanischen Christen häretisch. Das Christentum, das SPINNER und die Missionare des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins (AEPM) verbreiteten, war nicht rationalistisch und nicht unitarisch. Aber es wurde als solches missverstanden. Ist SPINNER etwa zu früh in Japan erschienen?

 

Prof. Dr. IWANAMI Tetsuo hat vor über 40 Jahren in Deutschland eine Predigt gehalten, die uns in „Christus in Fernost“, dem Mitteilungsblatt der DOAM, Nr.2, 1964 überliefert ist. Die folgenden Zitate sind dieser Predigt entnommen. Wahrscheinlich würde Herr Iwanami heute vieles anders formulieren; aber zu Beginn der 60er Jahre war er einer der wenigen japanischen Christen, die die Gelegenheit hatten, in Deutschland auf diese Weise ein Bekenntnis für ihren Glauben abzulegen. Wir freuen uns, diese Auszüge im Zusammenhang mit dem Symposium 2004 in Weimar hier vorlegen zu können.

Ihr habt das ewige Leben“ (1. Johannes 5, 11-13)

Was bedeutet das ewige Leben für uns? Wer kann an dieses Zeugnis glauben? Heutzutage glaubt man immer weniger an das Wort Gottes, an das Leben in Christo. Man sagt, es sei heute Unsinn, an die Bibel zu glauben, weil die Bibel vor zweitausend Jahren geschrieben ist. Aber wir leben jetzt im 20. Jahrhundert. Ja, scheinbar braucht man keinen Gott. Die hochentwickelte Technik. ... Die Überwindung des Raumes ... Die Gegenwart kann als Zeitalter der Geschwindigkeit charakterisiert werden.

Aber diese Geschwindigkeit herrscht nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit. ... Man lebt heute sicherlich im Wohlstand. Der hohe Lohn mit der guten Versicherung! ... Man lebt schon ohne Gott. ... Ist es wahr, dass wir ohne Gott leben können? Es sieht so aus, aber ist es richtig? Unser heutiger Text lautet: „Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“.....

Bei uns in Japan gibt es auch dasselbe Phänomen. Viele von Euch kennen vielleicht nicht genau Japan. In Tübingen habe ich einmal einen Studenten gefragt, ob es in Tōkyō ein U-Bahn gibt. Er konnte nicht antworten. Manchmal denkt man in Deutschland so, dass es in Japan nur niedrige Holzhäuser gebe und Japaner auf dem Boden knien und mit den Stäbchen äßen oder so etwas ähnliches. ...

Was das heutige Japan symbolisiert, ist vor allem der Fernsehapparat. Beinahe jede Familie hat einen Fernsehapparat, mit dem man ganz leicht zu Hause in der Vernachlässigung die Zeit vertreiben kann. ... Wenngleich die Theater und Kinos mit den Leuten voll besetzt sind, sind die Kirchen meistens nicht so voll.

Der Shintoismus, der früher Nationalreligion war, hat heute keine Kraft mehr. Der Buddhismus ist außer einer Sekte meistens veraltet. Außer einer Sekte - so habe ich gesagt, weil es eine starke buddhistische Bewegung mit 8 Millionen Mitgliedern heute in Japan gibt. Der Konfuzius ist nicht mehr so lebendig wie früher, weil er eine feudalistische Morallehre ist. Also, die Japaner sind heute ziemlich atheistisch.

In dieser Situation Japans müssen wir mit 800.000 Christen (das heißt 0,8 Prozent der ganzen Einwohner) evangelisieren. Aber welche gute Botschaft haben wir als Christen? Nun, zu dem heutigen Text: Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“

Was für eine neue Bedeutung hat unser Text für die heutigen Menschen? Nein! Es gibt keine neue Bedeutung! Darin steht keine Neuigkeit! Aber er ist ganz neu, wenn man noch nicht das ewige Leben in dem Text hat finden können. Die Wahrheit der Bibel wird nie veralten.... Es ist ein großer Trost, dass Jesus auch einmal bei uns gewohnt hat.... Amen.

Quelle: Archiv der Ostasienmission im Zentralarchiv der Evangelsichen Kirche der Pfalz in Speyer.

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