04. Juli 2012

Mittwoch, 4. Juli

Ich versuche Gesprächstermine mit Kyodan, NCCJ, JEDRO und Tomisaka abzuklären.
Mitten in meine Planung hinein erreicht mich eine Email von Freund Heiwa KATAOKA aus Tokyo, eine dringende Bitte an seine Freunde in Deutschland: wir sollen eine Petition im Internet unterschreiben. Es geht um Polizeigewalt gegen Obdachlose in den Straßen von Shibuya, einem zentralen Stadtteil von Tokyo.

Ich stelle diesen Text von Heiwa gleich auf die Homepage, damit schnell darauf reagiert werden kann. Meine Unterschrift schicke ich gleich weg.
Shibuya kannte ich ein wenig Anfang der 60er Jahre, als ich hier zur Sprachschule ging. Inzwischen hat sich alles verändert. Jeder Besuch in den letzten Jahren zeigte, dass sich hier vor allem viele Jugendliche zu Hause fühlen. Hier wohnte auch mein Taufpate, der Arzt Dr. Eitel, der in China lange ärztliche Erfahrungen gesammelt hatte und nachdem die Mitarbeiter der Mission vertrieben worden waren in Tokyo seine Praxis eröffnete - mit großem Erfolg.
In Shibuya also geht die Polizei nun gegen die Obdachlosen vor, die keine Bleibe haben und denen auch kein Ersatz angeboten wird. IKch alsse Heiwa direkt zu Wort kommen (vgl. Homepage der DOAM: www.doam.org).

A Forced Eviction in Shibuya: Working with Seikoukai, The Anglican-Episcopal Church of Japan
Heiwa Kataoka
●The Shibuya Free Association for the Subsistence and Well-Being of the Homeless (Nojiren), Seikokai Homeless Persons Support Organization of Shibuya and concerned homeless persons in Tokyo to submit the petition below to Shibuya Ward on July 11th . Anyone who wishes to join us in submitting it should meet with us at noon in front of the clock tower at the Shibuya Government Office Building.
●Shibuya Ward has already begun paperwork for administrative subrogation (a legal procedure for eviction) against tents belonging to people staying in Mitake Park. The administrative subrogation will also apply to Nojiren and its communal kitchen storage space. Shibuya Ward's actions suggest that the government is intent on denying homeless persons access to public spaces and their active networks of support.
●By adding your name to this petition, you can help us reclaim vital public spaces used regularly for rest by persons on the streets―as well as for their weekly communal kitchens. We also welcome everyone to join us on the day we formally submit the petition.
●Please sign the online petition at  http://tinyurl.com/7j4kd4r  by JULY 7 to add your and/or your organization's name. There will also be a demonstration on July 7th starting at 5pm, leaving from the Harajuku side of Miyashita Park. Please join us for the demonstration as well!

Ich schließe mich der dringenden Bitte von Heiwa gerne an. 

Später am Nachmittag fahren wir zu einem buddhistischen Tempel. Den  dortigen Priester habe ich schon nach dem Nuklearunfall in Tokai 1999 besucht. Er engagiert sich gegen die Atomkraft, weil diese nicht wirklich das Wohl der Menschen im Blick hat. Wir treffen ihn an, aber in diesen Tagen hat er alle Hände voll zu tun mit den Aufgaben des Tempels. EDr wird uns aber gerne einen Termin in den nächsten Tagen geben.

Nach Hause gekommen liegt das neueste Projekt des NCCJ für Fukushima in meinem Postfach. Allerdings fehlt die Budgetplanung. Ich weise das Büro von JEDRO in Tokyo darauf hin und wneig später trifft auch diese Datei ein. Morgen, am Donnerstag, ist "Japanrunde" in der EMS, die über weitere Hilfsmaßnahmen beraten wird.

 

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