Verhaftungswelle in chinesischen Hauskirchen

In der Volksrepublik China gelten seit Mitte September 2025 strenge Regeln, die jegliche Verbreitung religiöser Inhalte und die Organisation religiöser Aktivitäten jenseits staatlich kontrollierter Kanäle in sozialen Medien und im Internet untersagen. Diese Verschärfung stellt eine weitere Argumentation und ein neues Instrument dar, um gesetzlich gegen die Hauskirchenbewegung vorzugehen. So wurden im Oktober zeitgleich Leitungspersonen des Zion-Kirchennetzwerkes in verschiedenen Provinzen des Landes festgenommen und wegen „illegaler Nutzung des Internets“ unter Anklage gestellt. Die Verhaftungswelle stellt die größte koordinierte Strafaktion gegen nicht registrierte Kirchen seit Jahrzehnten dar. Bereits 2018 traten gesetzliche Regelungen in Kraft, die die Religionsausübung in China generell in enger definierten und staatlich autorisierten Räumen festlegen sollten. Evangelische Gläubige sollten sich nur noch in registrierten Gemeinden der Dachorganisationen der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung und des Chinesischen Christenrates versammeln.

Isabel Friemann, China InfoStelle


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