1968: Klausurtagung - Meditation

Prof. Dr. Ferdinand Hahn

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In Röm. 6 geht es nicht in erster Linie um eine Belehrung über das Taufgeschehen, sondern um die Frage, wie man als Getaufter leben kann. Daher auch der ermahnende Charakter des anschließenden Textabschnitts 6, 12 ff. Schlüsselvers ist Röm. 6, 11: "Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus". Für diesen Leitsatz wird in V. 3-10 die theologische Begründung gegeben und in 6, 12 bis 7, 6 eine Entfaltung, die das eingangs Gesagte weiterführen und auf die Situation des Getauften anwenden soll.

Die Ausführungen von Röm. 6, 3-11 stehen in dem Spannungsfeld von Gewißheit überwundener Sünde und lebendiger Hoffnung auf Heilsvollendung. Nicht ohne Grund setzt Paulus in Röm. 6, 12 ff noch einmal wie in 1, 18 ff mit Ausführungen über die Macht und Universalität der Sünde ein. Aber unmittlbar daneben stellt er in 6, 16 ff die Aussage, daß in "dem einen Menschen Jesus Christus" die Unheilsmacht überwunden ist. Eine gewisse Schwierigkeit bereitet der unseren Textabschnitt vorbereitende Gedankengang in 6, 12 bis 6, 2 allerdings deshalb, weil sich mit den Erörterungen über die Sünde in 6, 13 f. 20 f die Frage nach der Funktion des Gesetzes verbindet. Diese Thematik wird in 7, 7-26 wieder aufgenommen und zu Ende geführt.

Im einzelnen braucht uns die paulinische Gesetzesauffassung im Zusammenhang mit der Taufe nicht zu beschäftigen; interessant ist für uns nur, daß sich unter Absehung von den Textabschnitten über das Gesetz von 7, 6 aus ein sehr enger Zusammenhang mit Röm. 8 ergibt, also mit Ausführungen über die christliche Hoffnung. Die Macht der Sünde und ihre Entmächtigung durch Christus auf der einen Seite, die Erwartung der zukünftigen Herrlichkeit auf der anderen Seite sind somit die Klammer, innerhalb deren Röm. 6, 3-11 und 6, 12 bis 7, 6 stehen.

Bevor Paulus mit seinen Ausführungen über die neue Wirklichkeit, die dem Getauften geschenkt ist, einsetzt, wehrt er noch ein Missverständnis ab (Röm. 6, 1 f): man könnte Röm. 6, 16-21 ja so verstehen, als brauche man nur der Sünde verhaftet zu bleiben, um das Mächtigwerden der Gnade erfahren zu können. Die Auffassung einer "billigen Gnade" begleitet bekanntlich zu allen Zeiten wie ein gefährlicher Schatten die Predigt des sola gratia und sola fide. Sie wird von Paulus mit einem energischen "Das sei ferne" abgewiesen (V.2). Deswegen geht es ihm im folgenden auch entscheidend darum, die Taufaussagen mit der Ermahnung, den Indikativ mit dem Imperativ zu verbinden. Zudem läßt sich das, was über die von Gott heraufgeführte Heilswende gesagt ist, anthropologisch nur so anwenden, daß die Einmaligkeit dieser Kehre im Leben des einzelnen Menschen ihre Spur hinterläßt. Auch wenn der Mensch auf die Gnade immer angewiesen bleibt und nie selbst darüber verfügen kann, auch wenn er als Wiedergeborener nicht einfach ein heiliges Leben führen kann, sondern stets der Kraft und Hilfe Gottes in seinem konkreten Gehorsam bedarf, es bleibt die Tatsache bestehen, daß er, der ständig von der Gnade abhängig ist, wissen darf und wissen soll, daß er dem Machtbereich der Sünde nicht mehr zugehört. Darum fährt Paulus fort: Wie sollten wir, die wir (doch) der Sünde abgestorben sind, noch (weiterhin) in ihr leben" (V. 2 b). In welchem Sinn dieser Satz gilt, führen die Verse 3-11 aus. Röm. 6, 3-11 zeigt in der Gedankenführung drei klar voneinander abgehobene Schritte. Das ist am deutschen Text nicht so deutlich erkennbar wie am griechischen, wo am Anfang von V. 3, V. 6 und V. 9 Wendungen stehen, die jeweils betont den Gedankengang weiterführen. Die Aussagen von V. 3-6 sind unmittelbar auf die Taufe bezogen; der folgende Abschnitt V. 6-8 will zeigen, daß das Getauftsein Befreiung von der Sünde bedeutet; und der Abschnitt V. 9-11 bringt eine christologische Begründung für das gegenwärtige Überwundensein der Sande im Leben der Christen.

Paulus setzt in V.3 ein mit der Wendung: "Oder wißt ihr nicht", um seine Gemeinde darauf aufmerksam zu machen, daß er auf einen ihr bereits bekannten Sachverhalt, genauer: auf eine in der Tradition der Urgemeinde verankerte Glaubensaussage zurückgreift. Gerade die Vorstellung von der Todestaufe, hinter der wohl das Herrenwort Lukas 12, 49 f steht, muß somit vorpaulinisch sein, auch wenn Paulus hier nicht wie etwa in 1. Kor. 16, 3-6 ausdrücklich zitiert, sondern innerhalb seiner eigenen Argumentation Elemente der urchristlichen Taufsprache verwendet. Eher wird man in V.8 annehmen dürfen, daß er ein wörtliches Zitat aufgreift, zumal die an dieser Stelle vorliegende Verwendung des Glaubensbegriffs im Sinne der Hoffnung nicht typisch paulinisch ist: "Wenn wir mit Christus gestorben sind, so glauben wir, daß wir (auch) mit ihm leben werden". Daraus ergibt sich interessanterweise, daß die eingangs beobachtete Spannung zwischen Taufe und erhoffter Heilsvollendung dem Apostel offensichtlich vorgegeben war, nicht dagegen die Konsequenzen, die Paulus daraus für die gegenwärtige Existenz des Getauften zieht, und darauf liegt in V. 4 und V. 6 ff das Schwergewicht.

Die sprachlich eigenartige Wendung "getauft werden auf Christus" in V. 3 a ist eine abgekürzte Fassung von "getauft werden auf den Namen (Jesu) Christi ", was im Urchristentum herkömmliche Bezeichnung des Taufvorgangs war. Auf Grund der Ausrufung des Namens Christi geht es nach antiker Vorstellung um den Rechtsakt der Herrschaftsunterstellung. Dieses Motiv verbindet Paulus mit dem Gedanken von V. 8 a und sagt daher in V. ab: "getauft werden auf seinen Tod". In der Taufe nimmt somit der Täufling das Sterben und Gericht auf sich, das Christus bereits erlitten hat. Aber Paulus begnügt sich damit noch nicht; in Christi Tod getauft sein, bedeutet zugleich nach V. 4 a: mit ihm begraben sein. Das Mitsterben wird besiegelt durch ein gemeinsames Bestattetwerden. Zweierlei fällt an dieser Stelle auf: einmal wird betont gesagt "durch die Taufe", wobei die Kraft und Effektivität des Taufgeschehens herausgestellt werden soll; außerdem heißt es jetzt nicht mehr "auf seinen Tod", sondern "auf den Tod", denn es geht darum, daß der Getaufte mit Christi Tod auch seinerseits der Macht des Todes, der der Sünde Sold ist (6, 23), ausgeliefert wird, um auf diesem Wege, mit V.2 gesprochen, "der Sünde abzusterben". V. 4 b zieht die Folgerung, wobei, trotz der Form des Vergleichssatzes, in einer bewußten Ungleichmäßigkeit von Christi Auferweckung von den Toten, jedoch von unserem Leben in dieser Welt gesprochen wird. Beides steht allerdings unter dem Vorzeichen, daß der Vater seine "Herrlichkeitsmacht" offenbart, so daß die "Neuheit des Lebens" sich auch in unserem irdischen Dasein durchsetzen kann. Wir müssen also sagen: weil Christus auferstanden ist, wirkt sich die eschatologische Kraft des neuen Lebens in unserer Existenz bereits aus.

Mit Absicht spricht Paulus in V. 5 von unserer eigenen Auferweckung im Futur. Ansonsten bereitet dieser Vers einige Schwierigkeiten: "Wenn wir nun zusammengewachsen sind mit dem Gleichbild seines Todes, werden wir es auch mit dem seiner Auferstehung sein." Was bedeutet das massive, aus dem naturhaften Denken übernommene Wort "zusammengewachsen", und welchen speziellen Sinn hat der Begriff "Bild, Gleichgestalt" (wörtlich das "Gleichgemachte")? Hierzu ist auf die ganz ähnliche Aussage in Phil. 3, 10 zu verweisen: "seinem Tode gleichgestaltet werden". Es liegt dem Apostel daran, die Wirklichkeit des Gestorbenseins mit Christus unüberhörbar herauszustellen, und zugleich deutlich zu machen, daß ein Gleichgestaltetwerden mit seinem Tod die ganze irdische Existenz des Menschen fortan prägt. Paulus kann so uneingeschränkt die Realität dieses Geschehens betonen, weil es sich für ihn hierbei nur um den Anfang eines uns erfassenden Geschehens handelt, unsere Auferweckung aber eindeutig in der Zukunft und damit in Gottes Hand liegt. Die Frage nach dem Begriff "Gleichbild" muß davon ausgehen, daß hiermit auf keinen Fall der Vollzug des Taufaktes bezeichnet ist (wenn man übersetzt: "durch das Gleichbild seines Todes", d. h. den Jesu Tod nachbildenden Ritus des Untertauchens, was philologisch möglich ist, vom Zusammenhang her ausscheidet). Außerdem will der Begriff nicht die Realität einschränken, in der Weise, daß es sich lediglich um ein Abbild, eine Nachbildung oder eine bloße Ähnlichkeit handle; es geht um das "Gleichbild" im Vollsinn des Wortes. Gleichbild heißt aber nicht Identität, sondern bezeichnet die Analogie. In Röm. 6, 5 handelt es sich darum, daß die in den Tod Christi Getauften "seinem Tod gleichgestaltet", d. h. mit seinem Tod verwachsen sind, daß sie somit das "Sterben Jesu" an ihrem Leibe herumtragen (2. Kor. 4, 10), es folglich nicht mehr ablegen können. Entsprechend gilt für die Zukunft, daß wir auch mit dem "Gleichbild der (seiner) Auferstehung" zusammenwachsen sollen.

Damit ist die Basis gewonnen, von der aus Paulus seine Antwort auf die V.2 gestellte Frage geben kann. Mit der Eingangswendung V. 6 faßt er zusammen und formuliert den Sachverhalt noch einmal neu. Unser alter, der Sünde verhafteter Mensch wurde "mitgekreuzigt" , nämlich mit Christus gekreuzigt, damit der "Leib der Sünde", d. h. der der Sünde verfallene und versklavte Leib, vernichtet werde und wir nicht mehr der Sünde dienen. Es will hier in V. 6, ebenso wie in V. 4, wieder die innere Spannung beachtet werden. Zwar wird gesagt, daß "unser alter Mensch" mitgekreuzigt wurde, aber es wird nicht in gleicher Weise gesagt, daß der "Leib der Sünde" bereits vernichtet worden ist, sondern es heißt: "damit er vernichtet werde." Und dies geschieht nach Röm. 8, 10 f durch den Geist, der wahres Leben auf Grund der Rechtfertigung schenkt und darum auch die "sterblichen Leiber" dereinst lebendig machen wird. Aus diesem Grunde folgt aber schon jetzt aus dem Mitgekreuzigtsein, "daß wir der Sünde nicht mehr Sklavendienste leisten" (Röm. 6, 6 c).

Mit V. 7 f lenkt Paulus zunächst wieder zurück zu traditionellen Taufmotiven, die er aber innerhalb seiner Argumentation ausgezeichnet verwerten kann. In V. 7 liegt ein pharisäischer Lehrsatz vor, der sich hier deshalb mühelos einfügt, weil Rechtfertigungsaussagen in der vorpaulinischen überlieferung mit der Taufe verbunden waren, wie vor allem 1. Kor. 6, 11 erkennen läßt. Für Paulus liegt der Akzent in Röm. 6, 7 natürlich auf der Feststellung, daß der "Gestorbene", nämlich der mit Christus Gestorbene, "gerechtfertigt ist von der Sünde". Auf den traditionellen Charakter von V. 8 ist schon hingewiesen worden. "Glauben" hat hier nicht die Bedeutung des rechtfertigenden Glaubens, sondern kennzeichnet das Vertrauen und Hoffen, also Elemente, die dem paulinischen Glaubensbegriff nicht fehlen, ihn jedoch nicht ausreichend kennzeichnen. Die formelhafte Wendung "mit Christus" stammt aus der Vollendungserwartung, wie 1. Thess. 4, 14-17; 5, 10 zeigen; sie hat dann auch auf die Taufe Anwendung gefunden, weil die Urchristenheit überzeugt war, daß das endzeitliche Geschehen bereits begonnen hat und im Vorgriff aus der zukünftigen Vollendung jetzt schon Heil empfangen werden darf. Paulus hat die Wendung, was nach Röm. 6, 5 nicht verwundert, außerdem noch auf das Leiden der Christen bezogen.

Der Schlußabschnitt V.9-11 argumentiert zunächst rein christologisch. Dabei wird die Einmaligkeit der Auferstehung Christi und die dadurch verursachte Überwindung der Sünde besonders betont. Denn die Auferweckung Christi bedeutet, daß der Tod über ihn nicht mehr herrschen kann. Er ist "einmal" der Sünde gestorben und lebt nun Gott. Dann folgt abschließend in kühner Gleichsetzung: "So urteilt auch ihr selbst, daß ihr tot seid für die Sünde, aber für Gott lebt in Christus Jesus." Der Getaufte darf an der Einmaligkeit des Todes Christi partizipieren. Damit zeichnet sich auch in seinem Leben jene Wende ab, die durch das Absterben der Sünde auf der einen und durch das Leben für Gott auf der anderen Seite gekennzeichnet ist. Nach 1. Kor. 12, 13 a sind bei der Taufe wir alle "durch den einen Geist hineingetauft in den einen Leib". In dem Sterben "mit Christus" ist das Sein "in Christus Jesus", d. h. im Leibe Christi, seiner Gemeinde, begründet. Nur in dieser Zugehörigkeit zum Herrschaftsbereich Christi gibt es das Abgestorbensein von der Sünde und das Lebendigsein für Gott, nur hier kann es zu einem Wandel in der Neuheit des Lebens kommen.

Will man Röm. 6, 3-11 verstehen, darf man den folgenden Textabschnitt nicht aus dem Blickfeld verlieren. Hier folgt nun unmißverständlich die Ermahnung, der Imperativ. Damit sollen die indikativischen Aussagen von V.3-11 in keiner Weise aufgehoben oder eingeschränkt werden, vielmehr wird der Indikativ mit dem Imperativ unverkürzt aufgenommen und weitergeführt. Man spricht deshalb von einem "Intensivcharakter" des Imperativs. Aber wichtiger als die formale Kennzeichnung ist die Sachfrage. Daß dieselbe Aussage im Imperativ wiederholt werden kann, ist darin begründet, daß der Getaufte, wie wir gesehen haben, in ein unabgeschlossenes Geschehen einbezogen ist: Er wird in die Bewegung vom Mitgestorbensein zum Mitleben hineingenommen. Und dies gerade nicht passiv, sondern er selbst hat an dem in dieser Welt sich vollziehenden Wirksamwerden des Lebens und der überwindung der Sünde teilzunehmen. Wie er von der Sünde befreit wird, so wird er aufgerufen zum Leben für Gott. "Die Taufe ist Zueignung des neuen Lebens, und das neue Leben ist Aneignung der Taufe" (Günther Bornkamm). Die entscheidenden Aussagen von Röm. 6, 12-18 lauten: "Denn die Sünde soll nicht über euch herrschen" (V.14a) und "Dank aber Gott, daß ihr Sklaven der Sünde wart ... aber befreit von der Sünde Sklaven der Gerechtigkeit geworden seid" (V. 17 a. 18). Das Befreitsein für die Gerechtigkeit beherrscht in Verbindung mit dem aus der urchristlichen Unterweisung stammenden Schema von "Einst" und "Jetzt" auch die Aussagen von Röm. 6, 19-23 und in etwas anderer Weise den Unterabschnitt 7, 1-6. Abschließend ist ausdrücklich von einem "Dienen in der Neuheit des Geistes" die Rede, womit einerseits die Aussage von Röm. 6,4 näher interpretiert und andererseits der in 8, 4 ff behandelte Gegensatz von einem "Wandeln nach dem Fleisch" bzw. "nach dem Geist" vorbereitet wird~ Die konkrete Weisung für das Verhalten der Getauften folgt dann erst in Kapitel 12 und 13.

Wir stehen in einer gegenüber Paulus und der Urgemeinde völlig veränderten Situation. Daß heute in unserem abendländischen Bereich so gut wie alle Gemeindeglieder getauft sind, ist nur eine vordergründige Gemeinsamkeit mit dem paulinischen Text; denn gerade die volkskirchliche Entleerung der Taufe ist das größte Hindernis für ein angemessenes Verständnis der Taufe. Ausschlaggebend kann nun nicht sein, daß der heutige Mensch über die Taufe besser belehrt wird - so sinnvoll auch eine sachgemäße Information und Unterweisung sein kann -, sondern daß er mit der durch die Taufe eröffneten Heilswirklichkeit konfrontiert wird. Das für den Getauften wirksame Heilshandeln Gottes muß in seiner gegenwärtigen Kraft und Bedeutung zur Sprache kommen.

Es wäre abwegig, wollte man der Taufe oder dem Predigtwort dabei die Funktion der "Vergegenwärtigung" des Heilsgeschehens zuschreiben. Es kann allein um die Gegenwart des auferstandenen Herrn gehen (Röm. 6, 9 f). die sich in Taufe und Wortverkündigung manifestiert. Wie der Mensch vor diesem Herrn steht, der gehandelt hat und weiterhin handelt, ist die Grundfrage. Es muß deutlich werden, was die Einmaligkeit der Herrschaftsunterstellung für das irdische Leben bedeutet. Aus der Begegnung mit dem lebendigen Herrn muß hervorgehen, daß es sich weder um eine bloß punktuelle Beziehung und Abhängigkeit noch um eine innergeschichtliche Kontinuität handeln kann, sondern um ein reales Einbezogensein in den Wirkungsbereich Christi. Nicht ohne Grund spielt für Paulus im Zusammenhang der Taufaussagen die Vorstellung vom "Leibe Christi" eine wichtige Rolle; denn hier geht es um die lebendige Kommunikation mit dem Herrn, aber ebenso um die unaufgebbare Kommunikation mit den Brüdern.

Von besonderer Bedeutung ist im Blick auf Röm. 6, 3-11, daß Paulus so stark die Unabgeschlossenheit des mit der Taufe einsetzenden Geschehens betont. Wir sind von dem Heilshandeln Gottes leibhaftig und verbindlich betroffen, sind aber zugleich auf einen Weg gestellt, der Verheißung hat. In unserem Leben muß daher jene Wende von der einstigen Gottesfeindschaft zu der jetzt erfahrenen Annahme durch Gott sichtbar werden. Nach Vers 5 sind wir "zusammengewachsen mit dem Gleichbild seines Todes", haben somit selbst Leid, Tod und Gericht in dieser Welt auf uns zu nehmen. Denn nur so sind wir hineingestellt in den Raum, der von Christus freigehalten wird für einen "Wandel in der Neuheit des Lebens", d. h. für ein Leben in dieser Welt, das nicht von den gottfeindlichen Mächten bestimmt ist, sondern befreit ist zum Dienst für Gott. Dieses rechte "Wandeln" als Dienst für Gott heißt aber Dienst für Welt und Mensch. Darum gibt es rechte Kirche auch nur als Kirche für die Welt*).

*) Es handelt sich um eine gekürzte und in Einzelheiten modifizierte Fassung der Meditation über Röm. 6, 3-11, die in den "Göttinger Predigtmeditationen" 22 (1967/68), S.314-323, erschienen ist. Dort finden sich ausführliche Literaturhinweise und exegetische Einzelausführungen.

OAM-Gedenktage

04.06.1884 Gründung des AEPM (OAM) in Weimar

22.10.1945 Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission SOAM

26.02.1948 Gründung der japanischen Stiftung Christliche Oastasien-Mission in Kyoto, Japan

10.12.1952 Gründung der DOAM Deutsche Ostasienmission in Hamburg

1972 Gründung der EMS
Namensänderung zum 1.1.2012:
"Evang. Mission in Solidarität" EMS

1973 Gründung des BMW 

01.05.1980 Gründung der Diakonia-Schwesternschaft in Korea 

1982 Gründung des Tomisaka Christian Center TCC in Tokyo

23.02.1991Vereinigung von OAM-DDR und DOAM in Erfurt

Díe Vorsitzenden

1956 - 1968
Pfr. Erich Kühn

1968 - 1987
Prof. Dr. Ferdinand Hahn

1987 - 1992
Pfr. Hartmut Albruschat

1992 - 2011
Pfr. Paul Schneiss

2011 - 2017
Pfr. Hartmut Albruschat

2017  -  Interim
Pfr. Carsten Rostalsky, Stellv.
Pfr. Rainer Lamotte, Stellv.

2017ff
Lutz Drescher

Geschichte der DOAM

4. Juni 1884 Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM

1929 Umbenennung in Ostasienmission

Der AEPM benannte sich 1929 offiziell in "Ostasienmission" oder OAM um. Der Titel hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte... Im Jahresbericht von 1911 schreibt Missionar Emil Schroeder zu Kirche und Mission: "Nur die Kirche ist stark, die Mission treibt. Nur dort ist sie wirksam als Macht, wo sie Mission treibt."

1945 Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952 Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972 Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973 Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992 Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2002 Vereinbarung zu enger Zusammenarbeit von SOAM und DOAM

2007/2008 Satzungsänderung

2009 Neugründung der Stiftung "Christian East Asia Mission" in Kyoto, Japan

Die Geschäftsführer

1968 - 1975
Pfr. Paul Schneiss

1975 - 1978
Pfr. Hiroshi Murakami /
Pfr. Hartmut Albruschat

1978 - 1994
Pfr. Dr. Winfried Glüer

1993 (Sep) - 1996 (Sep)
Pfr. Ingo Feldt (Berlin)

1996 - 2001
Pfrin. Sabine Bauer

2001 - 2016
Lutz Drescher

2016  -  2018
Pfr. Solomon Paul Benjamin

2018 -
Pfr. Georg Meyer