KIDO Eiichi im BMW

Japan

 

15.08.2013

Japanischer Friedensforscher fordert mehr zivilgesellschaftliches Engagement

Zur Situation in Japan sprach der japanische Friedensforscher Eiichi Kido im Berliner Missionswerk. Das Werk hatte gemeinsam mit der Deutschen Ostasienmission den Professor der Universität Osaka eingeladen, um einem breiteren Publikum eine differenzierte Sicht auf die gegenwärtige politische Lage in Japan zu ermöglichen. Kido bot eine scharfsinnige Analyse der gegenwärtigen politischen Großwetterlage im ostasiatischen Raum, die durch die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und den beständigen Machtzuwachs der Volksrepublik China gekennzeichnet sind.

Diese Konstellation habe Auswirkungen auf die Wirtschaftsmacht Japan, die sich einerseits durch diese Entwicklungen herausgefordert sehe, die aber zugleich nach der Dreifachkatastrophe von 2011 noch mit ihrem Selbstverständnis ringe. In dieser Situation bestehe freilich die Gefahr, dass die 1947 in Kraft getretene Verfassung durch nationalkonservative Kräfte in wesentlichen Punkten (Artikel 9 und 96) zunächst uminterpretiert und später so geändert werden könnte, dass zentrale Kriterien eines Rechtsstaates nicht mehr erfüllt würden. Auch seien nach wie vor die in Deutschland mit dem Begriff "Energiewende" bezeichneten Konsequenzen aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht gezogen worden.

Deshalb sei es nötig, dass sowohl die japanische Bevölkerung als auch Menschen außerhalb Japans sich dieser Gefahren bewusst würden und für die Rechtsstaatlichkeit Japans, für eine freiheitliche und die Rechte des Individuums beachtende Erziehungspolitik sowie für ein Umdenken in der Energiepolitik einträten. "Wir brauchen in all diesen Dingen viel mehr zivilgesellschaftliches Engagement", schloss der Professor seinen Vortrag vor zahlreichen Zuhörern, von denen ein Teil selbst aus Japan, Korea oder China stammte. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Debatte, die vom Ehrenvorsitzenden der Deutschen Ostasienmission, Pfarrer Paul Schneiss (Heidelberg),  moderiert wurde.

Prof. Kido (li.) mit Dr. Theilemann. (Foto: Gerd Herzog)

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Berliner Missionswerk

Auf einen Blick

Das Berliner Missionswerk pflegt u.a. Beziehungen zu Christen und Kirchen in China, Japan, Korea und Taiwan. Mit der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK) wie auch mit der Presbyterianischen Kirche in Taiwan (PCT) bestehen allgemeine Partnerschaftsvereinbarungen, die einem Informations-und Personalaustausch, gegenseitige Besuche und Unterstützung bestimmter Projekte vorsehen. Mit der Vereinigten Kirche Christi in Japan sowie der Kirche Christi in China gibt es keine vertragliche Regelung der Beziehungen, auch wenn diese schon über Jahre vielfältig bestehen. Schon 1882 begann die Berliner Missionsgesellschaft die „China-Mission". Nach der Integration der Deutschen Ostasienmission in das Berliner Missionswerk 1972 wurden die Kontakte nach Japan vertieft, zu Korea und Taiwan neu aufgenommen und nach China, das sich erst 1980 wieder öffnete, allmählich wieder aufgebaut.

 

 

Wichtige Jahreszahlen

4. Juni 1884
Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins in Weimar

1929
Offizielle Umbenennung in Ostasienmission (OAM). Dieser Name hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte...

1945
Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952
Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972
Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973
Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992
Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2007
Letzte Satzungänderung

 

 

 

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