Ostasienreise 2013: JAPAN

Ostasienreise von EKBO und BMW

Ostasienreise vom 21. Juni – 5. Juli 2013:  JAPAN

Deutsche Gemeinde unterstützt Wiederaufbau

In Japan angekommen, stattete die Ostasiendelegation um Bischof Dr. Markus Dröge und Missionswerksdirektor Roland Herpich zunächst der aus Berlin stammenden Auslandspfarrerin Gabriele Ziehme-Diedrich und ihrer Gemeinde in Tokio einen Besuch ab. Ziehme-Diedrich empfing die Gäste in der kleinen, nach der Katastrophe von 2011 erdbebensicher ausgebauten Kreuzkirche in der Tokioter Innenstadt.

Kreuzkirche in Tokio, seit 2011 erdbebensicher. (Fotos: Jutta Klimmt)Die deutschsprachige Gemeinde hat ca. 200 Gemeindeglieder, die in verschiedenen japanischen Städten wohnen. Die Fluktuation ist hoch, da viele deutsche Experten nur für wenige Jahre nach Japan entsandt werden. Andere fühlen sich nach jahrzehntelangem Aufenthalt im Land des Lächelns mittlerweile mehr der japanischen als der deutschen Kultur zugehörig. Die Pfarrerin selbst lebt mit ihrem Mann, einem Sprachwissenschaftler, seit August 2012 in Tokio.

"Nach der Dreifachkatastrophe im März 2011 gingen sehr viele Spenden für die Opfer bei uns ein. Das war und ist für unsere kleine Gemeinde eine große Herausforderung", so die Pfarrerin. "Aber wir sind für die Unterstützung sehr dankbar, und es ist wichtig, dass wir als deutsche Gemeinde unsere Solidarität bezeugen und den Betroffenen Hilfe anbieten können."

Ganz bewusst spricht Ziehme-Diedrich von der "Dreifachkatastrophe", wie es auch die Japaner tun. In Deutschland, so ist ihr Eindruck, werde der Reaktorunfall in den Medien zu sehr betont. In Japan dagegen seien Erdbeben und Tsunami aufgrund der angerichteten  Schäden genauso stark im Bewusstsein.

Ostasienreferent Dr. Christof Theilemann, Direktor Herpich, Pfarrerin Ziehme-Diedrich und Bischof Dr. Dröge. Weitere Themen des Abends sind die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes, bevor sich dann der Blick nach Deutschland richtet. Ziehme-Diedrich, die bis Sommer vergangenen Jahres Pfarrerin in Nennhausen im Havelland war, interessiert sich natürlich für Nachrichten aus ihrer heimischen Landeskirche. Besonders freut sie sich über ein Geschenk, das ihr Direktor Herpich und Ostasienreferent Theilemann überreichen: Es  ist die Kopie eines altes Kupferstiches, der das Missionshaus in Berlin-Friedrichshain zeigt. "Das wird einen würdigen Platz in unserem Hause finden." Schließlich sei sie über ihren Vater, der Ökumenepfarrer war, dem Berliner Missionswerk seit ihrer Kindheit eng verbunden.

"Für mich ist es sehr wichtig, die Situation der deutschen Auslandpfarrer kennenzulernen, zumal wenn sie aus unserer Landeskirche kommen", beschließt Bischof Dröge den Abend. "Zugleich eröffnen solche Gespräche Perspektiven, die für den Dialog mit unserer  Partnerkirche in Japan von Bedeutung sind."

 

 

 



BMW

Berliner Missionswerk

Auf einen Blick

Das Berliner Missionswerk pflegt u.a. Beziehungen zu Christen und Kirchen in China, Japan, Korea und Taiwan. Mit der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK) wie auch mit der Presbyterianischen Kirche in Taiwan (PCT) bestehen allgemeine Partnerschaftsvereinbarungen, die einem Informations-und Personalaustausch, gegenseitige Besuche und Unterstützung bestimmter Projekte vorsehen. Mit der Vereinigten Kirche Christi in Japan sowie der Kirche Christi in China gibt es keine vertragliche Regelung der Beziehungen, auch wenn diese schon über Jahre vielfältig bestehen. Schon 1882 begann die Berliner Missionsgesellschaft die „China-Mission". Nach der Integration der Deutschen Ostasienmission in das Berliner Missionswerk 1972 wurden die Kontakte nach Japan vertieft, zu Korea und Taiwan neu aufgenommen und nach China, das sich erst 1980 wieder öffnete, allmählich wieder aufgebaut.

 

 

Wichtige Jahreszahlen

4. Juni 1884
Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins in Weimar

1929
Offizielle Umbenennung in Ostasienmission (OAM). Dieser Name hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte...

1945
Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952
Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972
Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973
Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992
Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2007
Letzte Satzungänderung