Karl-Heinz Schell - gewählt

Am 22. Januar 2016 wurde Karl-Heinz Schell zum Dekan im Odenwaldkreis mit Dienstsitz in Michelstadt gewählt.
Odenwälder Echo vom 25.01.2016
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Rückkehr aus China:  2015
08.02.2015 Verabschiedung in Beijing
28.02.2015 Abflug aus Beijing

Am 11. Januar 2009 wurde unser Vorstandsmitglied Dr. Karl-Heinz Schell als Pfarrer der Evangelischen Gemeinde in Beijing eingeführt. Die staatliche Nachrichtenagentur (german.china.org.cn) brachte dazu einen Sonderbeitrag von Oliver Zwahlen (Beijimg), den wir hier dokumentieren. Als DOAM freuen wir uns mit Dr. Schell und der Gemeinde und erbitten Gottes Segen.

Homepage der Evang. Gemeinde in Beijing: www.egpeking.de.
Quelle: German.CHINA.ORG.CN, 09. 01. 2009


Religion im Ausland

Beijing bekommt einen neuen Hirten

von Oliver Zwahlen, Beijing

Am Sonntag wird der evangelische Pfarrer Karl-Heinz Schell in sein Amt eingeführt. China.org.cn hat den Mann Gottes zu Hause besucht und sich mit ihm über seine Arbeit, seine Gemeinde und seine Vorurteile gegenüber China unterhalten.

Pfarrer Dr. Karl-Heinz Schell in Beijing

Als Karl-Heinz Schell vor etwa zwei Jahren das packte, was er selbst als das Auslands-Virus bezeichnet, stand China nicht besonders hoch auf seiner Wunschliste. Nachdem er zehn Jahre als Pfarrer und Dekan in seiner Heimat im Westerwald und zuvor mehrere Jahre in einer Gemeinde in der Nähe von Mannheim gearbeitet hatte, war für den 48-Jährigen der Zeitpunkt für einen Tapetenwechsel gekommen. "Doch von Beijing hatte ich eine eher schlechte Vorstellung: Wir haben ja immer diese Fotos vom dichten Smog gesehen und auch sonst häufig allzu Negatives in den Medien gehört."

Am kommenden Sonntag wird Schell bei einem Gottesdienst in der deutschen Botschaft als neuer Pfarrer für die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache Peking in sein Amt eingeführt. Dies ist spät, denn Schell ist bereits seit einem halben Jahr in China tätig. "Zuvor hatte es immer Terminkollisionen gegeben", verrät er. Doch die späte Einführung habe auch seine Vorteile: "Ich kenne meine Gemeinde bereits ein wenig. Da kann ich auch eine bessere Antrittsrede halten." Und eigentlich hatte Schell, der auch Religionslehrer an der Deutschen Botschaftsschule ist, bereits im vorletzten Jahr nach China kommen wollen. Doch gab es Verzögerungen bei der Beantragung und Genehmigung des Visums.

"Ich darf hier in meiner deutschen Gemeinde predigen, was ich möchte. Auch mit Mitgliedern und Vertretern der registrierten christlichen Kirche in China habe ich guten Kontakt. Unsere Gemeinde unterstützt aktiv einige Sozialprojekte in Beijing. Lediglich in meiner aktiven Zuwendung zu nichtchristlichen Chinesen bin ich eingeschränkt." Konkret heißt das: Chinesen dürfen nicht in seine Gottesdienste. Doch für die Einheimischen gebe es viele Alternativen. Etwa in den Kirchen, die mit staatlichen Geldern gebaut wurden, wie beispielsweise die neue Chaoyang-Kirche. "Dass der Staat Kirchen baut, überrascht Europäer immer wieder", meint Schell. Die Gelder seien teilweise Entschädigungszahlungen für Gebäude, die vor und während der Kulturrevolution zerstört wurden.

"In früheren Jahrhunderten war die christliche Mission leider oft ein Teil der Kolonialpolitik Europas." Heute sei klar, dass diesem Kapitel der Kirche ein falsches Missionsverständnis zu Grunde gelegen sei. "Christliche Mission, wie ich sie verstehe, hat mit der Achtung vor dem Anderen, mit Partnerschaft und mit Dialog zu tun. Die so genannte alte Kirche in Europa lernt heute von den jungen Kirchen in der Welt."

Pfarrer Dr. Karl-Heinz Schell in Beijing

Pfarrer Schells Gebiet ist groß. Neben Beijing betreut er auch deutsche Protestanten im nordchinesischen Changchun, meistens Mitarbeiter der deutschen Autofabrikanten. Trotzdem ist die Gemeinde bei geschätzten 1500 deutschsprachigen Protestanten in Beijing zahlenmäßig klein: "Derzeit haben wir rund 35 Familien. Mein Wunsch ist es jedoch, dass wir bis zum Sommer 50 und auf lange Sicht dauerhaft etwa 100 Familien als Mitglieder gewinnen können." Das Problem sei, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der meisten Deutschen nur rund drei Jahre betrage und daher jedes Jahr etwa ein Drittel der Gemeindemitglieder China wieder verlasse. "Da erleben wir ständig einen sehr starken Wechsel." Dass seine Stelle zuvor ein ganzes Jahr lang vakant gewesen war, habe dazu geführt, dass es gegenüber den normalen Abgängen keine Werbung von neuen Mitgliedern gegeben habe. "Zudem ist es für viele ungewohnt zu erfahren, dass wir hier ohne Kirchensteuern auskommen müssen und deshalb auf Mitgliedsbeiträge angewiesen sind." Die Höhe des Beitrages kann jeder selbst festlegen; der Durchschnitt liege derzeit bei rund 50 Euro im Monat. "Wir wirtschaften hier also so wie unsere chinesischen Brüder und Schwestern, und das wiederum ist so wie in christlichen Gemeinden fast überall sonst auf der Welt." Das Engagement des Einzelnen zähle. Daher betont Schell auch: "Wir suchen ständig Mitarbeitende in unseren verschiedenen Arbeitsfeldern."

Nachdem Schell bereits seit einem halben Jahr in Beijing lebte, hat er die Vorzüge der Stadt schätzen gelernt. "Die Stadt ist abwechslungsreich und es gibt hier viel Grünes", meint er etwa. Wenn er etwas Zeit habe, liebe er es, mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour durch Beijing zu gehen. "Ich bin so schon drei Mal bei diesen tollen Märkten beim Erdtempel hängen geblieben." Auch habe er immer wieder Aufgaben an schönen Plätzen: So traute er erst gerade vor wenigen Tagen ein junges Paar am Fuße der Großen Mauer. Es sei auch sehr beeindruckend, mal aus der Stadt heraus zu fahren. Bereits nach ein paar Kilometern sehe man am Rand der Straße Hirten mit ihren Schafen. "Als ich die zum ersten Mal sah, war ich vor Staunen ganz sprachlos. Ich fühlte mich plötzlich in meine Westerwälder Heimat versetzt und das in Chinas Hauptstadt!"

Weitere Informationen auf der Homepage der Evang. Gemeinde in Beijing: www.egpeking.de

OAM-Gedenktage

04.06.1884 Gründung des AEPM (OAM) in Weimar

22.10.1945 Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission SOAM

26.02.1948 Gründung der japanischen Stiftung Christliche Oastasien-Mission in Kyoto, Japan

10.12.1952 Gründung der DOAM Deutsche Ostasienmission in Hamburg

1972 Gründung der EMS
Namensänderung zum 1.1.2012:
"Evang. Mission in Solidarität" EMS

1973 Gründung des BMW 

01.05.1980 Gründung der Diakonia-Schwesternschaft in Korea 

1982 Gründung des Tomisaka Christian Center TCC in Tokyo

23.02.1991Vereinigung von OAM-DDR und DOAM in Erfurt

Geschichte der DOAM

4. Juni 1884 Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM

1929 Umbenennung in Ostasienmission

Der AEPM benannte sich 1929 offiziell in "Ostasienmission" oder OAM um. Der Titel hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte... Im Jahresbericht von 1911 schreibt Missionar Emil Schroeder zu Kirche und Mission: "Nur die Kirche ist stark, die Mission treibt. Nur dort ist sie wirksam als Macht, wo sie Mission treibt."

1945 Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952 Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972 Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973 Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992 Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2002 Vereinbarung zu enger Zusammenarbeit von SOAM und DOAM

2007/2008 Satzungsänderung

2009 Neugründung der Stiftung "Christian East Asia Mission" in Kyoto, Japan