2016 Korea Partnerschaftsseminar

Partnerschaftsseminar in Mannheim / EMS-Ostasienreferat
21.09.2016

Frieden im Kontext der koreanischen Halbinsel

Bericht von Pfr. S. P. Benjamin

Foto: S. P. Benjamin


Evangelische Mission in Solidaritat from Verbundungsreferat Ostasien organised a Korea Partnership Seminar on the theme, ‘Freedom in the context of Korean Peneninsula’,on Wednesday, 21 September 2016, at Okumenisches Buidungszentrum SanctClara, Manheim. There were 24 participants from various member churches, engaged in partnership with Korea.

The Seminar began with a devotion by Rev. Solomon Benjamin, Liaison secretary, East Asia and India, EMS on the theme’ Peace in our context ‘, expounding the call for peace from Jesus perspective based on the gospel of John. Chapter 14 verse 27. Prof. Lim Hee-Kuk, who studied in Basel, shared a presentation on Freedom in the situation of Korea. He brought out the historical perspectives that divided the North and South Korea and the continuing threat for peace, Justice and Reconciliation. He urged churches, mission agencies and civil societies to join in the process of building Peace and Trust amongst North and South Korea. This was followed by discussion on the theme, highlighting the many events initiated by global partners.

Later in the afternoon various partnership churches engaged with Korea present at the seminar, from Manheim, Ludwigsburg, Weingarten, Pfalz, Frankfurt, Kassel, and Heidelberg shared their partnership experiences and the many initiatives of exchanges between the Churches in Germany and Korea.
Solomon p.Benjamin


 

Siehe hierzu auch den Vortrag von Prof. Dr. Lim:

Sündenvergebung und die Versöhnung zum Frieden: Die koreansiche Situation

Friedensbewegung der Christen in Korea - für die Einheit der koreanischen Halbinsel
von Prof. Dr. LIM Hee-Kuk
(Prof. Lim hat in Basel studiert. Seine Dissertation: "Jesus ist Sieger!" bei Christoph Blumhardt: Keim einer kosmischen Christologie. (Erschienen in der Reihe: Basler und Berner Studien zur historischen und systematsichen Theologie).


 

Meditation von S.P.Benjamin, Verbindungsreferat Ostasien in der EMS

Ich grüße Sie alle von der EMS in Stuttgart. Vielen Dank für Ihr Kommen und Ihre Teilnahme an diesem Seminar.
Besonderen Dank an Dr. Lim, unseren Hauptredner von heute, Pfarrer Rainer Lamotte für die Moderation des Seminars, Gisela, unsere liebe, engagierte Kollegin und andere Mitglieder der Deutschen Ostasienmission und Mitgliedskirchen.
Eine kurze Andacht möchte ich halten zum Thema „Frieden in unserer Zeit“.

Jesus spricht von Frieden in Johannes, Kapitel 14 beim letzten Abendmahl, er spricht von Frieden in der schwierigsten Zeit, wenn er mit dem Tode konfrontiert ist.
Frieden, ein glücklicher Moment? Viele sehnen sich nach dauerhaftem Frieden. Was ist der Frieden, von dem Kirchen und Missionsgesellschaften reden?
Wenn wir uns am Ende des Seminars grüßen mit den Worten „Geh in Frieden“ meinen wir alle eine Zeit, die geprägt sein möge von Gerechtigkeit, Freude, ein Fest des Lebens.
Jesus sagt in Johannes 14, Vers 27:
„Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“
Der Friede Jesu bedeutet Ruhe inmitten einer angsterfüllten Situation und Singen inmitten großer Sorge. Im Hebräischen heißt Friede „Shalom“,
im Griechischen „eirene“. Mit Shalom grüßen sich die Menschen auf Augenhöhe. Auch der Tod, das Schlafen in Gott, wird mit Shalom
bezeichnet. Aber Jesus spricht vom LEBEN.

Das neue Testament spricht von zwei Arten des Friedens. Der objektive oder vertikale Friede in unserer Beziehung zu Gott und der subjektive oder horizontale Friede, der sich darauf bezieht, Frieden im Leben zu haben.

Spiritualität des Friedens:
Der Friede Gottes hat etwas damit zu tun, MIT Gott im Frieden zu sein. „Gott ist Frieden“ und in Hebräer 13, Vers 20 heißt es:
„Der Gott des Friedens“ Jesus sagt: „meinen Frieden gebe ich euch.“ Frieden ist auch das Manifest des Versprechens Gottes. Nicht eine
Zeit ohne Sorge oder Krieg, sondern eine Zeit, wenn Lamm und Löwe zusammen sind. Frieden ist Gerechtigkeit und Ebenbild Gottes, das oft bei den Anderen nicht gesehen wird. Jesus sagt, „nicht wie die Welt gibt“. Gottes Frieden ist grenzenlos.

Menschlichkeit des Friedens
Im Lande Judahs zur Zeit des Propheten Jeremias gab es immer mehr Probleme, Konflikte, Trennung und Gefangennahmen. Das Land war friedlos. In Jeremia 6, Vers 14 heißt es: „sie heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.“ In Kapitel 8, Vers 15 heißt es: „Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken da.“ Wie wahr ist dies im Kontext von Nord- und Süd-Korea. Es gibt Wegbereiter für Frieden und Vertrauensbildung
wie in Deutschland. Das vertrauenbildende Vorgehen von Willy Brandt in Warschau im Jahr 1973. Der Fall der Mauer, die Ost und West getrennt hatte, und der Übergang in eine Zeit des Friedens und gegenseitigem Vertrauen.

Was können wir lernen von unseren Erfahrungen in der weltweiten Kirche?
Ich arbeitete sechs Jahre lang mit Hindus und Muslimen daran, gegenseitiges Vertrauen zu bilden und Frieden zu finden, in einer Zeit, in der es immer wieder zu Mord und Totschlag insbesondere gegenüber Muslimen kam. In dieser schwierigen Zeit organisierte die Kirche ein besonderes Programm und einen Dankgottesdienst. Moulana Kadari Tach Nashin, ein muslimischer Priester, zeigte seinen Rücken mit einer riesigen Wunde und erklärte, wie es dazu gekommen war. Während der Unruhen, als er versuchte, eine Hindu-Familie in Sicherheit zu bringen, verletzte ein Muslim ihn mit einem Messer schwer am Rücken. Dennoch schaffte er es, die Hindu-Familie zu retten. Seine Verletzung bezeichnete er als „Friedenszeichen“. Heute wollen wir versuchen, etwas von der Selbsthingabe für den Frieden zu lernen.

Jesus gab sich selbst hin für den Frieden mit Gott. Wir möchten uns für eine friedliche Gesellschaft einsetzen - auf der koreanischen Halbinsel und an unserem eigenen Ort…
In Johannes 14, Jesus sagte: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz
erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ Gehet hin in Frieden!