"Trostfrauen", Wiedergutmachung und Menschenrechte

Mahnwache 2013, Pariser Platz Berlin

"Trostfrauen", "Comfort Women"

"Trostfrauen"-Campaign weltweit - Korean Council, Seoul, Südkorea mit Petition


Offener Brief (Deutsch) an Ministerpräsident Shinzo ABE, Tokyo Japan

Offener Brief (日本語) 

Der "Offene Brief" an
Ministerpräsident Shinzo ABE
wurde am 14.8.2013 in der japanischen Botschaft
im Namen der Interzeichner
überreicht von

Frau Michiko Kajimura
Frau Kiyomi Ikenaga
Frau Marion Broeker
Herrn Paul Schneiss 

Die Delegation wurde empfangen von Herrn Attaché Hanada, der sich
freundlicherweise eine ganze Stunde
Zeit für ein eingehendes Gespräch
nahm.


Bericht vom Besuch bei der Japanischen Botschaft (29.08.2013)

Wir freuen uns sehr und fühlen uns stark, dass wir für den offenen Brief an Ministerpräsident ABE insgesamt 26 Unterzeichnungen von 23 Organisationen und 3 Persönlichkeiten erhalten haben. 

Wir haben den Brief wie angekündigt am 14. August 2013 in der japanischen Botschaft einem Vertreter des Botschafters, Herrn Takahiro Hanada, dem Botschaftsrat der Abteilung politische Angelegenheiten ausgehändigt.
Von unserer Seite waren Frau Marion Böker vom Deutschen Frauenring e.V., Herr Pfr. Paul Schneiss von der Deutschen Ostasienmission, sowie Kiyomi Ikenaga und Michiko Kajimura von der Japanischen Fraueninitiative vertreten.

Wir führten unsere Standpunkte wie folgend aus:

  • Die von der japanischen Regierung getroffenen Maßnahmen sind nicht ausreichend. Sie haben die Opfer aus China, Ost-Timor u.a. nicht erreicht. Diese Opfer. sind in der Zielgruppe nicht involviert. Auch viele der Überlebenden in Südkorea oder Taiwan akzeptieren den Asian Women’s Fund nicht.
  • Die tatenlose Haltung der Regierung gegenüber den revisionistischen Aussagen in der japanischen Gesellschaft, die heute die Überlebenden erneut verletzen, ist nicht hinnehmbar.
  • Es geht nicht um die Höhe der Entschädigung. Das Wichtigste ist, dass die wiedergutmachende Maßnahme dem Wunsch der Betroffenen entspricht.
  • Die politische Geste, wie ein Brief des Premierministers an die einzelnen Überlebenden, die das Sühnegeld aus dem Asian Women’s Fund akzeptiert haben, kann nicht mit einer offiziellen Entschädigung gleichgestellt werden, die im Parlament durch den Willen der Nation beschlossen wird. Wichtig ist die offizielle Anerkennung der Tatsache und die Übernahme der Verantwortung durch den Staat.


Dem gegenüber hörten wir vom Vertreter der Botschaft wiederholt die offizielle Stellungsnahmen der japanischen Regierung, welche uns längst bekannt ist:

  • Premierminister Abes Regierung halte an der Grundhaltung der vorangegangenen Regierungen, dem sogenannten „Kono-Statement“ fest.
  • Japan habe durch den Asian Women’s Fund „Sühnegelder“ bezahlt.
  • Bei der Entschädigungsfrage gebe es vier Aspekte, die zu beachten seien: die gesetzlichen, politischen, und diplomatischen Aspekte, sowie das Gefühl der Betroffenen. Die Wiedergutmachungsfrage ist rechtlich* bereits geklärt. Weitere Entschädigungsmaßnahmen zu treffen sei technisch (!) sehr schwierig.
  • Diese Angelegenheit darf nicht als diplomatisches Mittel genutzt werden

Weitere Maßnahmen zu treffen ist unseres Erachtens nach „technisch“ nicht schwierig, für die japanische Regierung jedoch wohl aus innerpolitischen Gründen.

Von unserer Seite wurde auch angeregt, die UN-Empfehlungen nicht zu missachten. Japan habe die Möglichkeit, im UN-Rahmen gemeinsam mit den betroffenen Ländern diese schwierige Frage zu lösen.
Auf die Frage, ob wir eine Antwort vom Premierminister erhalten werden, wurden uns nicht eindeutig geantwortet. Wir sind auch nicht sicher, ob der Brief tatsächlich dem Premier, bzw. an die Staatskanzlei weitergeleitet wird. Daher werden wir eine japanische Übersetzung des Briefes der Staatskanzlei, den beiden Präsidenten des Ober- und Unterhauses und den politischen Parteien in beiden Häusern schicken.

Es wird also noch viele Nachspiele geben. Wir werden Ihnen über die weitere Entwicklung berichten.

Falls wir vom Premierminister, bzw. der Staatskanzlei überhaupt keine Rückmeldung erhalten, werden wir uns sicherlich erneut an Sie wenden mit der Bitte, durch einzelne Aktionen von der Regierung Antwort zu fordern. Bis dahin werden wir aber noch lange abwarten müssen.
Anbei fügen wir einige Bilder über die Mahnwache bei, die wir am selben Tag in Berlin vor dem Brandenburger Tor abgehalten haben.


Bilder von der Demo auf dem Pariser Platz am 14. August 2013

Es sind nur noch wenige Frauen am Leben, hochbetagt, in China, Korea, Indonesien, Philippinen, Niederlande, Taiwan. Erst 1991 äußerte sich Frau KIM Hak-Sun zum ersten Mal über ihre schrecklichen Erlebnisse in den sog. Troststationen der japanischen Armee im 2. Weltkrieg.

Foto: PS (3), Kajimura (5), Yajima (10)



 


 




Aktuelle Petitionen

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Aufruf: Freilassung der politischen Gefangenen in Südkorea - Dez 2017


 

Wiedergutmachung?

KANG Duk-Kyung: "Bestraft die Verantwortlichen damit Friede werde" 

 Grundlegende Texte 1993

4.8.1993
Statement by the Chief Cabinet Secretary Yohei KONO on the result of the study on the issue of "comfort women"

4.8.1993
On the Issue of Wartime "Comfort Women". Hier sind die Ergebnisse der Nachforschungen durch die Regierung zusammengefasst.

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