1968: Klausurtagung - Dokumente des Kyodan

Dokumente der Vereinigten Kirche Christi in Japan

>pdf

1954 - Glaubensbekenntnis


Wir glauben und bekennen:
Die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, die durch Gottes Inspiration entstand, bezeugt Christus, offenbart die Wahrheit des Evangeliums und ist der einzige Kanon, in dem die Kirche sich gründen muß. Deshalb ist die Heilige Schrift das Wort Gottes, das durch den Heiligen Geist uns vollkommene Kenntnis von Gott und dem Heil gibt, und die unfehlbare Norm für den Glauben und das Leben.

Der eine Gott, offenbart durch den Herrn Jesus Christus und bezeugt in der Heiligen Schrift, ist als Vater, Sohn und Heiliger Geist der dreieinige Gott. Der Sohn wurde für das Heil von uns Sündern Mensch, er wurde gekreuzigt und opferte sich ein für allemal Gott als das vollkommene Opfer; so wurde er unsere Versöhnung.

Gott erwählte uns durch seine Gnade, vergab uns unsere Sünde allein durch den Glauben an Christus und machte uns gerecht. In dieser unwandelbaren Gnade heiligt uns der Heilige Geist, läßt uns die Früchte der Gerechtigkeit bringen und vollendet sein Werk.

Die Kirche ist der Leib des Herrn Christus und die Gemeinde der aus Gnaden Berufenen. Die Kirche hält öffenlichen Gottesdienst, predigt das Evangelium recht, verwaltet die Sakramente der Taufe und des Abendmahles, treibt eifrig die Werke der Liebe und wartet auf die Wiederkunft des Herrn.

In diesem Glauben bekennen wir mit den Heiligen aller Zeiten das Apostolische Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
(aus dem Japanischen von H. Morita, Y. Terazono, P. Schneiss)


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------

1961 -Grundsatzerklärung zur Mission

 

Während wir mit Entschlossenheit dem 2. Jahrhundert der Mission in Japan entgegengehen, suchen wir im Vertrauen auf die Hilfe des Heiligen Geistes eine Gestaltung der Kirche, die der missionarischen Verantwortung gegenüber allen Menschen entspricht.

Wir sind fest entschlossen, dieser Welt zu dienen, weil wir im Dienst Christi stehen, eingedenk der Tatsache! daß auch das alltägliche Leben Ort der Mission ist und wir gegenüber dem Leben der gesamten Bevölkerung eine gemeinsame Verantwortung tragen.

Wir sind uns dessen bewußt, daß die Erneuerung der Gestalt der Kirche deshalb das Allernotwendigste ist, und während wir uns um die Einheit unserer geeinten Kirche und um die Stärkung ihrer Beziehungen nach außen bemühen, wollen wir mit aller Kraft die Durchführung dieser Grundsatzerklärung anstreben.

Erläuterung:

Bevor einzelne konkrete Maßnahmen ergriffen werden, ist es notwendig, daß zunächst die grundsätzliche Haltung gegenllber der Mission festgelegt wird. Dabei soll folgendes besonders betont werden: Wir sind uns der Tendenz der bisherigen Gestalt der Kirche zu einer verhältnismäßig introvertierten Haltung, wobei die Kirche zum Selbstzweck wurde, bewußt. Demgegenüber legen wir allen Wert auf eine zur Welt hin offene Haltung, um der Welt zu dienen, so daß auch das Leben im Alltag Ort der Mission wird. Ferner erstreben wir eine Erneuerung der Kirche in dem Sinne, daß die Form der bisherigen Mission, die sich der Schicht der Mittelstandsintelligenz zuwandte, zerbrochen wird zugunsten einer missionarischen Tätigkeit, die auf alle Lebensbereiche einschließlich Landwirtschaft, Industrie und Handel ausgerichtet ist. Dabei muß es zu einer Erneuerung der Gestalt der Kirche kommen. Es versteht sich von selbst, daß für das Hinaustreten in die Welt eine Stärkung der inneren Haltung notwendig ist. Darum wünschen wir die Förderung der Einheit des Kyodan als einer wirklichen geeinten Kirche und die Stärkung der Beziehungen nach außen, das Lebendigwerden des Glaubensbekenntnisses und eine kraftvolle seelsorgerliche Betreuung aller Gemeinden, die zum Kyodan gehören.

1. Leitgedanke

Während wir uns streng an die Wahrheit der Heiligen Schrift binden, geht es uns um eine grundsätzliche Neubesinnung zur Form der Mission, um einer in heftigem Umbruch befindlichen Zeit gegenübertreten zu können.

Erläuterung:

Noch nie haben wir den Wandel der Zeiten so tief empfunden wie heute. Die Kirche lebt in einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft mit einem starken Wechsel von alten und neuen Generationen und einem raschen Wandel gesellschaftlicher Strukturen. Bemüht sich diese Kirche wirklich um eine Mission, die diesem Wandel entspricht? Die Kirche kann nur Mission treiben, wenn sie zu dieser Welt in lebendiger Beziehung steht und das Wort besitzt, mit dem sie sich in der Welt verständlich machen kann. Dazu bedarf es einer der neuen Zeit entsprechenden grundsätzlichen Neubesinnung zur Form der Mission.

Wir dürfen aber auch nicht einfach darauf aus sein, der Welt zu gefallen. Es wäre vergeblich. In einer in heftigem Umbruch befindlichen Zeit müssen wir das unveränderliche Evangelium verkündigen so wie es seinen Grund hat in dem ewigen Buch, der Heiligen Schrift. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte können nicht vergehen“ (Mk. 13,31).

2. Die Kirche

Die Gottesdienste und Gebetsversammlungen wollen wir hochschätzen, deren Reichtum ganz ermessen, zugleich aber unser ganzes (alltägliches) Leben Gott weihen.

Erläuterung:

Die nach außen strömende Energie entspringt aus dem im Innern gespeicherten Reichtum von Gottesdienst und Gebetsversammlung. Die verschiedensten Entschuldigungen, wie „keine Zeit“ oder „keine Lust“ wollen wir zurückweisen und jedenfalls am heiligen Tag (dem Tag des Herrn), im Gottesdienst anwesend sein. Nachdem wir so im Gottesdienst neue Kraft empfangen haben, wollen wir in die Welt hinaustreten. Und dann wollen wir daran denken, daß unser ganzes Leben, so wie es in der Welt gelebt wird, der Ort ist, an dem Gottesdienst geschieht, indem wir uns in Selbstopferung Gott hingeben ("... was ihr darbringen sollt ist Dank für alles, Gebet und Bitte", Phil. 4, 6). Wir wollen Christen werden, die in großer Kraft leben.

3. Das Lehramt

Unser Verständnis des Lehramtes wollen wir neu formulieren; die Ämterordnung soll so ausgeweitet werden, daß sie in die neue Zeit paßt. Eine noch bessere Ausbildung und Schulung der kirchlichen Mitarbeiter wird angestrebt, aller Fleiß soll auf das Angebot von geeigneten Arbeitsplätzen und deren Besetzung gewandt werden.

Erläuterung:

In der höchst komplizierten und funktionalisierten Gesellschaft der Gegenwart müssen wir die allgemein verbreitete Vorstellung überwinden, daß nur diejenigen wirkliche Diener Christi sind, die wie bisher das Hirtenamt in einer Einzelgemeinde versehen haben. Dazu müssen wir ein umfassenderes Verständnis vom Lehramt formulieren und uns in die neue Zeit einfügen. Zum Beispiel soll jene Ämterordnung voll zur Geltung kommen, die den Dienst eines Direktors der kirchlichen Unterweisung, einer Diakonisse, eines Arbeiterpfarrers, eines Pfarrers im übergemeindlichen Dienst berücksichtigt. Andererseits wollen wir im Blick auf den Wechsel in der seelsorgerlichen Betreuung der Einzelgemeinde mehr Sorge dafllr tragen, daß Personalfragen im Blick auf die persönliche Eignung gelöst werden.

4. Die Glieder der Kirche

Wir werden die Frage klären müssen, wie Glieder der Kirche mitten in der Gesellschaft mit großer Kraft leben können; dafür müssen die ethischen Grundlagen geschaffen werden.

Erläuterung:

Einer der Hauptgedanken dieser Grundsatzerklärung geht dahin, daß die Glieder der Kirche mitten in der Gesellschaft mit großer Kraft leben sollen. Während sie im Einsatz für ihre Kirche bereit sind, sollen sie gleichzeitig um des Evangeliums willen mit großer Kraft in der Welt aktiv werden. Sie sollen in die Verwirrung gegenwärtiger Gesellschaftsmoral die klare christliche Ethik bringen, Licht der Welt sein. Sie sollen aber zugleich im Dienst dieser Welt stehen, sich selbst zum Wohl dieser Welt aufopfern, Salz der Erde sein. Die Christen sind eine Minderheitsgruppe. Als solche haben sie einen besonderen Lebensstil. Wir müssen am Arbeitsplatz oder auch in der Familie die Modernisierung und Demokratisierung der japanischen Gesellschaft anstreben, den Menschen, die den Sinn des Lebens aus den Augen verloren haben, die Freude eines wahrhaft menschlichen Lebens in Freiheit zeigen und so zu Botschaftern des Evangeliums und Zeugen des Herrn werden.

5. Die Mission

Die Missionsarbeit in Japan soll planmäßig mit Hilfe der Konzeption vom Missionsbezirk durchgeführt werden.

Erläuterung:

Die Konzeption des Missionsbezirks wurde vom Missionskomitee des Kyodan nach langen Jahren des Studiums erarbeitet. Auf dem Lande oder in der Stadt wird es verschiedene Formen des Missionsbezirks geben, es geht dabei aber um eine Gestaltung, bei der die bisherige Missionskonzeption, die im Zentralismus der Einzelgemeinde wurzelte, durchbrochen und statt dessen ein geographischer Bezirk festgelegt wird, in dem durch eine einzige Gemeinde oder durch die Zusammenarbeit vieler Gemeinden die Mission langfristig und planmäßig durchgeführt wird. Indem wir so die Gemeinsamkeit der Kirchen und ihre Ortsgebundenheit stärken, wollen wir die Missionierung ganz Japans anstreben.

6. Zusammenarbeit nach Innen und Außen

Wir wollen die Zusammenarbeit in der Mission mit den verschiedenen christlichen Gruppen im Innern des Landes stärken und die Beziehung zu den Kirchen in Übersee noch enger gestalten.

Erläuterungen:

Im Innern des Landes wollen wir mit den verschiedenen Denominationen und Körperschaften, mit denen wir zusammenarbeiten können, zusammenarbeiten und, wo ein gegenseitiges Verstehen möglich ist, uns verständigen. Indem wir so eine gemeinsame Front der Mission bilden, wollen wir gleichzeitig unsere Beziehungen zu den verschiedenen Kirchen in Übersee enger gestalten und als ein Glied der Weltkirche unsere Rolle in der Weltmission übernehmen. Der Kyodan, der Hilfe empfangen hat, soll sich zu einem Kyodan entwickeln, der zu helfen bereit ist.

7. Forschung und Publikation

Im Kyodan und seinen Kirchenbezirken sollen Forschungsorgane eingerichtet und Plätze geschaffen werden, an denen Forschungsmaterial zur Verfügung gestellt wird, um•so die Erforschung der Gegenwartssituation in und außerhalb des Landes zu ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sollen veröffentlicht werden.

Erläuterung:

Es ist für die Planung der Mission unbedingt notwendig, daß wir stets und genau die wirkliche Lage der sich rasch verändernden Gesellschaft in den Griff bekommen und die für die Mission grundsätzlich wichtigen Forschungsergebnisse zur Verfügung stellen. Zu diesem Zweck sollen im Kyodan und seinen Kirchenbezirken die notwendigen Forschungsorgane und -stätten eingerichtet werden.

8. Verwaltung

Es sollen zur Wahrnehmung der Verantwortung des Kyodan, seiner Kirchenbezirke und verschiedener Komitees in verstärktem Maße hauptamtliche Mitarbeiter eingesetzt werden.

Erläuterung:

In der Erkenntnis, daß der Kyodan bisher zwar Beschlüsse gefaßt hat, für deren Ausführung aber nicht sorgen konnte, wollen wir die Exekutive stärken und eine Verwaltung einrichten, die Verantwortung übernehmen kann. Dafür müssen hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt werden. Andernfalls ist es nicht möglich, den kompliziert funktionierenden Kyodan der gesellschaftlichen Situation der Gegenwart gerecht werden zu lassen.

Möge diese Grundsatzerklärung in alle zum Kyodan gehörigen Gemeinden dringen, zur vorwärtstreibenden Kraft der Vereinigten Kirche Christi in Japan werden, und mögen wir so den reichen Segen des allmächtigen Gottes empfangen.

Von der Kirchenleitung am 26. 10. 1961 genehmigt und nach eingehender Erörterung in Exekutivkomitees der Kirchenleitung vom Förderungsausschuß am 18. Dezember 1961 mit Erläuterungen versehen.

(aus dem Japanischen von Y. Kumazuwa, H. Hamer, N. H. Klein, H. J. Margull,

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

1962 -Grundlinien des "Zehnjahresplanes für die Missionsarbeit".

 

Der Missionsausschuß erstellte den folgenden Missionsplan entsprechend der "Grundsatzerklärung zur Mission" (1961)

Die Gesellschaft im heutigen Japan unterliegt radikalen Veränderungen. Wenn wir unter diesen Umständen Ober die dem Kyodan aufgetragene Missionsaufgabe nachdenken und die wirkliche Lage der Mission (evangelism) prüfen, müssen wir unweigerlich anerkennen, daß wir vor großen Schwierigkeiten stehen. Wir erkennen auch an, daß diese Schwierigkeiten nicht einfach durch Verbesserungen der Methoden überwunden werden können, weil sie tief in das eigentliche Sein der Kirche hineinwirken. Wir sind aufs neue entschlossen, in aufrichtiger Reue und im Gehorsam gegen Gottes Wort voranzugehen. In der Kraft des Heiligen Geistes und in der missionarischen Verantwortung für alle Menschen stellt unsere Kirche ihren Zehn­Jahres-Plan für Mission auf. Die folgenden zwei Hauptpunkte bilden den Kern dessen, war uns der Herr aufgetragen hat und was wir in Treue ausführen wollen.

A) Die Erneuerung der Kirche:

1. Erneuerung der Kirche heißt: wir wollen uns an die Wahrheit der Bibel halten und so den Veränderungen unserer Zeit begegnen.

2. Wir wollen die Mauern unserer Kirche durchbrechen, einer Kirche mit derTendenz, immer nur sich selbst im Mittelpunkt zu sehen und sich von der Welt abzusondern. Wir wollen Mission und Diakonie dadurch voranbringen, daß wir unsere gemeinsame Verantwortung in den konkreten Situationen des täglichen Lebens der Massen wahrnehmen.

3. Wir sind uns dessen bewußt, daß unser tägliches Leben der Ort der Mission ist und wollen eine Bruderschaft bilden zur Stärkung unseres Zeugnisses und unseres Dienstes.

4. Vor allem aber wollen wir uns eifrig um die Missionsaufgabe bemühen durch die Festigung unserer Einheit und Solidarität als eine unierte Kirche.

B) Der Missionsbezirk:

1. Der Missionsbezirk soll die Organisationsform sein, mit deren Hilfe die Kirche ihre Mission plant und in ganz Japan durchführt.

2. Die Kirche soll ein System der Mission errichten, das allen Altersgruppen, Berufen und Klassen an allen Orten, an denen Mission geschieht, gerecht wird.

3. Jede Kirche soll im eigenen Bereich ein System der Zusammenarbeit und der Bruderschaft errichten.

Der Zehnjahresplan.

Erste Periode 1962 - 1964: Vorbereitung.

Zweite Periode 1965 - 1967: Durchführung.

Dritte Periode 1968 - 1971: Aufschwung.

Das hier vorgelegte Ergebnis der vorbereitenden Planung, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1960 begonnen worden war, wurde im Oktober 1962 von der Generalsynode des Kyodan verabschiedet. Zu den Beratungen wurde der ganze Kyodan zugezogen und die Stimme jeder Kirchengemeinde und jedes Kirchenbezirks fand ihren Niederschlag in diesem Plan.

Der Missionsausschuß ist der Meinung, daß jeder Kirchenbezirk und jede Kirchengemeinde in Anlehnung an den Gesamtplan des Kyodan eigene Zehnjahrespläne für die Missionsarbeit aufstellen und durchführen sollte, damit die Kirche ihren Auftrag erfüllen kann.

(aus dem Japanischen von I. Kuramatsu, H. Fath, P. Schneiss)

------------------------------------------------------------------------------------------------------

1987 -Schuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan für ihr Verhalten während des Zweiten Weltkrieges

 

Der 25. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Kirche Christi in Japan wurde während ihrer 14. Generalsynode im Oktober 1966 in Osaka, Japan, begangen. Wir stehen vor der groBen Aufgabe, die Vereinigte Kirche weiterzubauen. Um unserer ehrenvollen Verantwortung gegenüber Japan und der Welt nachzukommen, stellen wir das Leben des Kyodan im Gebet unter das Thema "Unsere Kirche ­ Morgen".

Wir sind uns nocheinmal der Fehler bewuBt geworden, die im Namen der Vereinigten Kirche Christi in Japan bei der Begründung des Kyodan und während der Kriegszeit begangen wurden. Wir erbitten dafür die Barmherzigkeit unseres Herrn und die Vergebung unserer Mitmenschen.

Damals legte die Regierung unseres Landes aufgrund der besonderen Bedürfnisse des Krieges den ZusammenschluB aller religiösen Körperschaften und ihre Zusammenarbeit für den Krieg als nationale Politik nahe.

Seit der Zeit der ersten Verkündigung des Evangeliums zu Beginn der Meiji-Ära erstrebten die japanischen Christen mittels der Einigung der Denominationen die Begründung einer einzigen evangelischen Kirche in Japan. Die damaligen Führer der Kirche schritten zur Einigung der Kirchen gelegentlich eines Regierungserlasses. So kam es zur Gründung des Kyodan.

In dieser Gründung und im Weiterbestehen des Kyodan glauben wir, daß die Vorsehung Gottes, des Herrn der Geschichte, wirksam war trotz unseres Versagens und unserer Irrtümer. Dafür sind wir dankbar. Gleichzeitig fürchten wir uns und fühlen die Verantwortung.

Die Kirche als "das Licht der Welt" und als "das Salz der Erde" hätte sich nicht mit dem Krieg verbinden sollen. Um der Liebe zu unserem Vaterland willen, hätten wir im Hören auf das uns Christen geschärfte Gewissen noch viel mehr das Handeln unseres Vaterlandes in der rechten Weise beurteilen müssen. Wir gaben jedoch im Namen der Vereinigten Kirche eine Erklärung im Inland und im Ausland ab, in der wir den Krieg guthießen und unterstützten. Und wir beteten für den Sieg.

Als unser Land Fehler beging, haben wir als Kirche mit ihm gesündigt. Wir vernachlässigten unsere Aufgabe „Wächter“ zu sein. Jetzt bekennen wir diese Sünde mit tiefem Schmerz in unseren Herzen und bitten unsern Herrn um Vergebung, ebenso die Länder der ganzen Welt, besonders die in Asien, die Kirchen und die Brüder und Schwestern dort, sowie auch unser eigenes Volk.

Mehr als zwanzig Jahre sind seit dem Kriege vergangen. Jetzt befürchten wir, daß unser geliebtes Vaterland in unserer heutigen Welt, die so viele Probleme in sich trägt, noch einmal eine gefährliche Richtung einschlägt. Zu diesem Zeitpunkt erklären wir, daß wir im Blick auf die Zukunft - indem wir um die Hilfe und Führung des Herrn beten - entschlossen sind, als Kyodan nicht noch einmal denselben Fehler zu begehen und den Auftrag, den wir für Japan und die Welt haben, richtig auszuführen.

Masahisa Suzuki

Moderator

Vereinigte Kirche Christi in Japan

Am Ostersonntag

26. März 1967

(aus dem Japanischen von M. Takemori und P. Schneiss)

Geschichte der DOAM

4. Juni 1884 Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM

1929 Umbenennung in Ostasienmission

Der AEPM benannte sich 1929 offiziell in "Ostasienmission" oder OAM um. Der Titel hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte... Im Jahresbericht von 1911 schreibt Missionar Emil Schroeder zu Kirche und Mission: "Nur die Kirche ist stark, die Mission treibt. Nur dort ist sie wirksam als Macht, wo sie Mission treibt."

1945 Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952 Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972 Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973 Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992 Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2002 Vereinbarung zu enger Zusammenarbeit von SOAM und DOAM

2007/2008 Satzungsänderung

2009 Neugründung der Stiftung "Christian East Asia Mission" in Kyoto, Japan

Díe Vorsitzenden

- 1968
Pfr. Erich Kühn

1968 - 1987
Prof. Dr. Ferdinand Hahn

1987 - 1992
Pfr. Hartmut Albruschat

1992 - 2011
Pfr. Paul Schneiss

2011 - 2017
Pfr. Hartmut Albruschat

2017  -  Interim
Pfr. Carsten Rostalsky, Stellv.
Pfr. Rainer Lamotte, Stellv.

Die Geschäftsführer

1968 - 1975
Pfr. Paul Schneiss

1975 - 1978
Pfr. Hiroshi Murakami /
Pfr. Hartmut Albruschat

1978 - 1994
Pfr. Dr. Winfried Glüer

1993 (Sep) - 1996 (Sep)
Pfr. Ingo Feldt (Berlin)

1994 - 1997
Pfrin. Sabine Bauer

1997 - 2016
Lutz Drescher

2016  -  
Pfr. Solomon Paul Benjamin