Dr. E. Dipper, Tsingdao und Peking

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Gegründet 1884 in Weimar als AEPM
Ab 1929 Ostasienmission
Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache Peking [evangelisch.in.peking@gmail.com]

Im Gottesdienstanzeiger der Evang. Gemeinde in Peking erinnert Pfr. Richter an die Gründung der Gemeinde im Jahre 1916 - mitten im Weltkrieg.

Tagesspruch  für den 11. November 2016:
 „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“
(Psalm 90,12)
 
Das Datum der Gründung der ersten evangelischen deutschen Kirchengemeinde Peking vor genau 100 Jahren (19.11.1916) mutet seltsam an. 1916, das war doch mitten in einem Krieg, der auch an Peking bzw. China nicht spurlos vorüber gegangen ist. Von 1914 an standen in Tsingtau kaum weiniger als 5000 deutsche Marineinfanteristen einer zehnfachen japanischen Übermacht gegenüber, die schließlich am 7.November 1914 zur Kapitulation führte. Schon in der Zeit davor waren alle wehrfähigen deutschen Männer Pekings nach Tsingtau einberufen worden, im Gegenzug viele deutsche Frauen und Kinder nach Peking verbracht worden – ins sichere Hinterland. Nur so hatte die deutsche Schule, die im Jahr 1913 gegründet worden war, 1914 einen sprunghaften Anstieg der Schülerzahlen von 9 im Februar auf 49 im August zu verzeichnen.

Mit der Kapitulation werden die deutschen Soldaten bis auf wenige Ausnahmen in Japan interniert. Eine Ausnahme war der Marineoberpfarrer Ludwig Winter, der zunächst noch als Sprecher der übrigen Deutschen (meist Frauen und Kinder) in Tsingtau ausharrte, schließlich 1915 nach Tientsin auf die Stelle des Schulleiters der Deutschen Schule wechselte und von dort am 2.Advent 1915 seinen ersten Gottesdienst in Peking hielt. Damals war auch der Arzt Dr. Edmund Dipper, der 1901 als Mitarbeiter des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins in Tsingtau ein Krankenhaus für die chinesische (!) Bevölkerung gegründet hatte, wieder im Deutschen Lazarett in Peking tätig, selbst dann noch als 1917 China Deutschland den Krieg erklärte.

Er, der Bruder des Direktors der Basler Mission, die in China seit 1849 Schulen, Spitäler und Kirchen gründete, war von Kind auf dem evangelischen Glauben verbunden, wollte früh Missionsarzt werden. Er war es auch, der sich über mehr als ein Jahrzehnt im Kirchenvorstand der noch jungen deutschen evangelischen Kirchengemeinde engagierte. Nur schwer begreiflich ist aber das Leid, das ihn und seine Familie traf: das Ehepaar Dipper trug zwei Töchter in Peking zu Grabe. 1933 stirbt Dipper selbst mit 64 Jahren nur kurze Zeit später. Seine Witwe Magda war es, die 1938 zum Gedenken an Ehemann und Kinder eine erste Glocke (seit 1980 verschollen) für die seit 1919 als Kapelle dienende (Militär-)Baracke No 9 stiftete. Auf ihr war zu lesen: Das Gedächtnis [Andenken] der Gerechten bleibt im Segen (Sprüche 10,7).

Wäre das nicht ein wunderbares Ziel: von der Nachwelt als Gerechte(r) bezeichnet zu werden?
 
Ihr/Euer
Pfarrer Ralf Richter










Video: F. Enns

Evang. Landeskirche in Baden: Arbeitsstelle Frieden 
Voice for peace Nr. 6: Friedensfragen 
"Können wir unsere christliche Ethik bei Konflikten mit anderen Religionen zugrunde legen?" Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ Universität Hamburg & Vorstandsmitglied der DOAM. Link: 
https://youtu.be/_Js4f3seossMehr videoclips aus der Reihe "Voices for Peace: Friedensfragen" der Arbeitsstelle Frieden in der Evang. Landeskirche in Baden | YOUTUBE.COM

Geschichte der DOAM

4. Juni 1884 Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM

1929 Umbenennung in Ostasienmission

Der AEPM benannte sich 1929 offiziell in "Ostasienmission" oder OAM um. Der Titel hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte... Im Jahresbericht von 1911 schreibt Missionar Emil Schroeder zu Kirche und Mission: "Nur die Kirche ist stark, die Mission treibt. Nur dort ist sie wirksam als Macht, wo sie Mission treibt."

1945 Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952 Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972 Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973 Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992 Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2002 Vereinbarung zu enger Zusammenarbeit von SOAM und DOAM

2007/2008 Satzungsänderung

2009 Neugründung der Stiftung "Christian East Asia Mission" in Kyoto, Japan

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