2004: 120 Jahre Ostasienmission

international - interkulturell - interreligiös

eine ungewöhnliche Mission

 

Die Referenten (v.l.n.r.): Hamer, IWANAMI, Otte, TERAZONO, Neu, YANG

 

Aus Anlass des 120 jährigen Jubiläums der Ostasienmission veranstalteten die beiden Zweige, DOAM und SOAM vom 23. - 26. September 2004 ein Symposium in Weimar.

"Welches sind die heute maßgebenden Leitbilder und Aufgaben, vor denen die Ostasienmission in ihrer Zusammenarbeit mit den Kirchen in den Ländern Ostasiens steht?" (aus "Grundsatzreferat")

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Die Referate finden Sie unter Archiv oder > hier
Aufsatz in "darum" 2005/5 (s.u.)

Fotos aus Weimar

Teilnehmer aus Japan ....aus Deutschland
der koreanische Chor der Familie-Schurig-Chor
  Zuhörer
Pause Podium
Frau Lore Oehler Frau Nelly Kohler
Dank: an Lutz D. & Gisela K. Dank: an Ehepaar Greve
 

Zwei Grussworte und eine Morgenandacht


Aus dem Grusswort von Oberbürgermeister Volkhardt Germer

"... Und wenn ich in die Annalen und in die Selbstdarstellungen der Ostasien-mission hinein schaue, dann glaube ich hier einiges vom Herder'schen Geist zu verspüren, den ich in meinem kleinen Zitat zu Beginn heraufbeschworen habe: Die geistige Auseinandersetzung mit dem Anderen, dem Fremden, gehört zu den Ursprüngen der DOAM, die seit dem 19. Jahrhundert als Evangelisch-Protestantische Mission vor allem in asiatischen Regionen und Ländern unterwegs war. Und wenn ich hier im Kreise eine große Zahl von Menschen verschiedenster Nationen versammelt se-he und weiß, dass Sie für diese 120-Jahr-Feier beispielsweise aus Japan oder Korea angereist sind, so zeigt sich hier ein Missionsgedanke, der wohl fundamental auf dem Grundsatz des gegenseitigen Kennenlernens und der lebendigen Begegnung beruht." mehr


Aus dem Grusswort von Pfarrer CHUNG für die kor. Kirchen

"... So möchte ich sehr gerne die beiden koreanischen Kirchen vertreten, indem ich zum Jubiläum des 120jährigen Bestehens der Ostasienmission unsere herzlichen Glückwünsche ausspreche. ...

Sie werden in diesem Symposium auf die vergangene Zeit der Ostasien-mission und ihre Geschichte zurückblicken. Und die Mission in Korea gehört zu dieser Geschichte. Ich bedanke mich im Namen der Kirchen in Korea sehr herzlich bei denen, die uns bis jetzt viel geholfen und uns unterstützt haben, besonders bei den Anwesenden, denn viele von Ihnen gehören zu denen, die uns direkt Unterstützung gewährten. Ich selber habe als Pfarrer erfahren können, wie nahe Sie uns waren. Sie haben ein großes Interesse an einem kleinen Land in Ostasien gezeigt in dieser eng geworde-nen und immer noch enger werdenden Welt, nämlich in dieser Zeit der Globalisierung. ..." mehr


Aus der Morgenandacht von Pfarrer SHOJI aus Japan

"...Frau Miwako SATO ist seit bald 30 Jahren Musiklehrerin an einer öffentlichen Grundschule in Tokyo. Sie ist Mutter zweier Söhne; ihr Vater und Großvater waren Pfarrer des Kyodan. Während es dem Pfarrer und seiner Familie im Weltkrieg sehr schlecht ging, entschied sich die Tochter für den Beruf der Lehrerin, um Kindern beizubringen, was Frieden wirklich bedeutet.
...

Der neue Kampf begann dann vor drei Jahren, als der Schulleiter sie zum Klavierspielen zwingen wollte: Schüler und Lehrer sollten (im Gefolge eines neuen Gesetzes, das diesen Zwang jedoch nicht vorsieht) während der Abschlussfeier die Nationalhymne singen. Frau Sato verweigerte den Gehorsam. Denn die Nationalhymne war das mächtige Symbol gewesen, das für die militärische Invasion der benachbarten Länder benutzt worden. Der Sinn des Liedes besteht im Lobpreis des Tennō, der im Shintoismus, dem sog. Staatsshinto, noch immer hoch verehrt wird. Frau Sato war der Meinung, dass das gemeinsame Singen dieser Nationalhymne unter ihrer Anleitung sich nicht mit ihrem christlichen Glauben vertrage. Und auch nicht mit ihrer Berufung als Musiklehrerin. ...

Sie wurde von der Erziehungsbehörde der Stadt (Tokyo) gemäß den neuen Richtlinien bestraft. Diese Bestrafung an sich ist schon eine Verletzung der Glaubens- und Gedankenfreiheit, die beide von unserer Verfassung garantiert werden. ....
Nach langwierigen, demütigenden Verhandlungen mit der Erziehungsbehörde sowohl bei der städtischen Verwaltung als auch bei der Regierung von Tokyo, brachte sie ihren Fall im Februar d.J. (2004) vor die Gerichte. Sie wollte und konnte sich selbst und die Kinder ihrer Schule nicht verraten. Sie gab ein Beispiel für die Freiheit, in der sie selber entscheiden konnte, ob sie die Nationalhymne singen will oder nicht.
Ihre Erklärung vor Gericht war dann tatsächlich ein Glaubensbekenntnis, jedoch nicht in der Sprache der Religion, sondern in weltlicher Sprache. Als Ganzes gesehen hat dieses Bekenntnis die Qualität jener berühmten Erklärung Martin Luthers: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ Frau Sato wurde zu einem Beispiel für viele Lehrer. Bis heute haben fast 300 Lehrer diesen Zwang zum Singen der Nationalhymne und zum Hissen der Nationalflagge vor Gericht gebracht." mehr




1911 in Tokyo

darum (Magazin aus Mission und Ökumene) Zeitschrift des EMS, S. 24ff Ausgabe Nr.5, Oktober/ November 2004

 

"IHRER ZEIT VORAUS"

Von liberalen Theologen vor 120 Jahren gegründet, war die Ostasienmission schon immer etwas anders als andere - was man auch an deren historischen Bildern erkennt. Ein Bericht (pdf-Datei) aus der Missionsgeschichte: Ostasien. im Wortlaut

 

Bücher zum Symposium

Heyo Hamer
Mission und Politik (die Japan-Tagebücher Wilfrid Spinners), Mainz 2002
(ISBN 3-86130-132-6).

Ferdinand Hahn, Hg.
Spuren... Hundert Jahre Ostasien-Mission, Stuttgart 1984 (erhältlich bei Gisela Köllner im EMS).

Chung-Shik Kim
Ostasien zwischen Angst und Bewunderung, Hamburg 2001
(ISBN3-8259-54027)

Chung-Shik Kim
Deutsches Kolonialschulwesen in Kiautschou (China) 1898-1914, Diss. Hamburg 2004

Lydia Gerber
Von Voskamps 'heidnischem Treibern' und Wilhelms 'höherem China', Hamburg 2002
(ISBN 3-935664-06-0)

Klaus Hirsch (Hg.)
Richard Wilhelm, Botschafter zweier Welten,
Evang. Akademie Bad Boll 2003
(ISBN 3-88939-689-5)

Ulrich M. Dehn
Die geschichtliche Perspektive des japanischen Buddhismus, Verlag an der Lottbeck 1995,
(ISBN 3-86130-016-8)

EMW (Hg)
missio Dei heute, Reihe Weltmission heute 52, Evang. Missionswerk in Deutschland 2003
(ISSN: 1430-6530)

EMW (Hg)
Plädoyer für Mission, Reihe Weltmission heute 35, Evang. Missionswerk in Deutschland 1998
(ISSN 1430-6530)

EMW (Hg)
Plädoyer für Mission, Reihe Weltmission heute 35, Evang. Missionswerk in Deutschland 1998
(ISSN 1430-6530)

EMW (Hg)
Plädoyer für Mission, Reihe Weltmission heute 35, Evang. Missionswerk in Deutschland 1998
(ISSN 1430-6530)

Theo Sundermeier
Konvivenz und Differenz, Verlag der Ev.-luth. Mission Erlangen 1995
(ISBN 3-87214-333-6)

Theo Sundermeier / Volker Küster
Die Bilder und das Wort (Zum Verstehen christlicher Kunst in Afrika und Asien), Vandenhoeck & Ruprecht 1999
(ISBN 3-525-55961-5)

Volker Küster
Die vielen Gesichter Jesu Christi - Christologie interkulturell, Neukrichener Verlag 1999
(ISBN 3-7887-1743-2)

Ferdinand Hahn
Mission in neutestament-licher Sicht, Erlanger Verlag 1999
(ISBN 3-87214-338-7)

Hans-Martin Barth / Christoph Elsas
Bild und Bildlosigkeit - Beiträge zum interreligiösen Dialog,
EB Verlag Rissen Hamburg 1994
(ISBN 3-923002-84-X)

Barth / Minoura / Pye (Hg)
Buddhismus und Christentum - Jodo Shinshu und Evang. Theologie, EB Verlag Rissen Hamburg 2000
(ISBN 3-930826-59-3)

Werner Kohler
Unterwegs zum Verstehen der Religionen - Gesammelte Aufsätze, Peter Lang Frankfurt 1998
(ISBN 3-631-32728-5)

Werner Kohler
Umkehr und Umdenken. Grund-züge einer Theologie der Mission, Peter Lang Frankfurt 1988
(ISBN )

Terazono Y., Hamer, H.E.
Brennpunkte in Kirche und Theologie Japans, Neukirchener Verlag 1988
(ISBN 3-7887-1224-4)