2004: 120 Jahre Ostasienmission (1)

Die ersten Mitarbeiter der OAM


Pfarrer Wilfrid Spinner, Pfarrer Otto Schmiedel, Prof. Otto Bernhard Hering


Dr. Ernst Faber, Pfarrer Richard Wilhelm

Der Anlass

1884 wurde die OAM als Allgemeiner Evangelisch-Protestantischer Missionsverein (AEPM) gegründet. Schirmherr war der Großherzog von Sachsen-Weimar.
Die Gründung ging auf eine preisgekrönte missions-theologische Arbeit des schweizer Pfarrers Ernst Buß (1843-1928) zurück: "Die christliche Mission, ihre principielle Berechtigung und practische Durchführung" (Leiden, 1874).
Der erste Missionar für Japan, Wilfrid Spinner (1854-1918), wurde 1884 ausgesandt, der erste Missionar für China (1885) wurde der ehemalige Mitarbeiter der Rheinischen Mission, Ernst Faber (1839-1899).

Thema des Symposium:

international - interkulturell - interreligiös,
eine ungewöhnliche Mission

Ausgehend von den Tagebüchern Spinners werden Referenten aus Japan, Korea und Deutschland versuchen, verschiedene Aspekte von Mission heute und der künftigen kirchlichen Beziehungen zwischen Ostasien und Deutschland zu beleuchten.

Termin: 23. - 26. September 2004
Ort: Europäische Jugendbildungs- und -begegnungsstätte Weimar (EJBW)

Veranstalter:
Deutsche Ostasienmission, Heidelberg - Stuttgart
Schweizerische Ostasienmission, Romanshorn
Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland, Stuttgart
Berliner Missionswerk, Berlin
mission 21, Basel

 

P R O G R A M M

 

Donnerstag, 23. September 2004

15:00 Uhr Anreise
16:00 Uhr Einführung - Prof. Dr. Ferdinand Hahn, München
18:30 Uhr Empfang mit Grußworten, hist. Bildern kor. Chor und Buffet

Freitag, 24. September 2004

09:00 Uhr International von Anfang an: Wilfrid Spinner (1854 - 1918) - ein schweizer Missionar in Japan
Prof. Dr. IWANAMI Tetsuo, Tokyo
Prof. Dr. Heyo Hamer, Leer

15:30 Uhr: Interkulturell - Lernen in Begegnungen
Prof. Dr. Klaus Otte, Basel & Frankfurt am Main
Prof. Dr. TERAZONO Yoshiki, Fukuoka

19.00 Uhr Durchbrüche - Kulturelle Schlüsselerlebnisse

Samstag, 25. Septmeber 2004

09:00 Uhr Interreligiös - Mission im Dialog
Prof. Dr. Rainer Neu, Wesel
Prof. Dr. YANG Geun-Seok, Seoul

13:30 Uhr Kultur in Weimar: Kirchen, Gärten, Museen, Plätze, Denkmäler

19:00 Uhr International, interkulturell, interreligiös - Podiumsgespräch zur Zukunft kirchlicher Ostasen-Beziehungen.

Sonntag, 26. September 2004

09:30 Uhr Gemeinsamer Gang zur Kirche St. Peter & Paul (Herderkirche)

10:00 Uhr Festgottesdienst mit Pfarrer MURAKAMI Hiroshi
und in 10 weiteren Gemeinden

Nachmittags: Besuch des KZ Buchenwald für Gäste und Interessierte (geplant)

Weitere Informationen und Anmeldung:
beim Ev. Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS)
z. Hd. Frau Gisela Köllner
Vogelsangstrasse 62
70197 Stuttgart
Tel.: 0711-6367831



Gründung der ersten Gemeinde in Japan

Aus: Heyo Hamer,
Mission und Politik (die Japan-Tagebücher Wilfrid Spinners), Mainz 2002
(ISBN 3-86130-132-6).
Als pdf

Vom Taufunterricht zur Gemeindegründung (1886-87) .
"… Wenn wir uns fragen, wie sich nun der Schritt vom Taufunterricht zur Gemeindegründung vollzogen hat, welche der Schüler von SPINNER sich im Sommer 1887 von ihm haben taufen lassen und den Beschluß gefaßt haben, sich zu einer christlichen Gemeinde zusammenzuschließen, so finden wir im TB-SP [Tagebuch] darauf keine Antwort. Die einzige Erklärung, die SPINNER dort gibt, lautet: „Die zunehmende Arbeit, die ich ganz alleine zu besorgen habe, erlaubt mir die Fortführung des Tagebuchs nicht mehr regelmäßig” (...). So fehlen uns jegliche Notizen zwischen Juni 1886 und Mai 1887. Trotzdem lassen sich mosaikartig folgende Begebenheiten feststellen:

Im Februar 1887 ließ sich MUKO Gunji nach der Teilnahme am Taufunterricht 1886 von SPINNER taufen (…). ...
... SPINNER beendete im selben Monat seine Mitarbeit (...) an der DKG und begann, täglich vier Stunden „Unterricht in den vorbereitenden Disziplinen” der Theologie (…) zu [S.487] erteilen. Seine Schüler waren MINAMI und MUKÖ, die er als Mitarbeiter nach europäischem Vorbild schulen wollte. So hat SPINNER aus dem Beziehungsnetz, das sich durch seine Mitarbeit in der DKG zu den Schülern der DKG ergab, seine beiden ersten Mitarbeiter und Studenten der geplanten ETA gewonnen. ...

Der nächste Schritt im Jahre 1887 war die Konzentration auf den Religions- bzw. Taufunterricht. Worin der Unterschied zwischen Religionsunterricht und Taufunterricht lag, ist nicht ersichtlich. Dieser fand im Mai 1887 am Donnerstag-abend statt (…) und wurde auf Deutsch gehalten. Aus der Teilnehmerliste (…) geht hervor, daß 42 Personen diesen Tauf-unterricht besuchten.
Schließlich ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß SPINNER auch nach der Gründung der Hongō-Gemeinde im Juni 1887 noch Taufunter-richt angeboten haben muß, ohne daß uns davon Teilnehmerlisten bekannt geworden sind.
... Für SPINNER läßt sich somit sagen, daß er in den Bahnen der übrigen Missionare gewandelt ist und Predigt wie Katechese zu seinen Missionars-aufgaben rechnete.“

Als eine Institution, in der regelmäßig Gottesdienste abgehalten und religiöse Vorträge angeboten wurden, wurde die Hongo-Gemeinde erstmals unter dem 30. Oktober 1887 im TB-SP [Tagebuch] erwähnt. Anlaß war die „Einweihung unseres Lokals in Ikidonozaka Yumichö 1-chöme 2, Hongo. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienst” (…).
Von SCHMIEDEL, der am 13.10.1887 in Japan als zweiter Japan-Missionar des AEPM angekommen war, erfahren wir, daß am 30.10.1887 mit der Einweihung zusammen die „offizielle Constituierung der Hongo-Gemeinde” (…) stattfinden sollte. Folge-richtig feiert die Hongo-Gemeinde ihr Gründungs-fest als Institution in jedem Jahr am Reformationstag.
... Das Knüpfen des Netzes „Hongo-Gemeinde” vollzog sich somit in mehreren Abschnitten:

Ab 1885:

Vorbereitung durch Religions- bzw. Taufunterricht;

Juni 1887:

Taufe einer „Kerngruppe” durch SPINNER in der Union Church;

Okt. 1887:

Gründung der Hongo-Gemeinde als Institution und Beginn eines regelmäßigen „Gemeindelebens”;

1888:

Gemeindeversammlung mit Annahme eines Gemeindestatuts als FKK;

1891:

Selbständige Gemeinde mit eigenem japanischem Pfarrer (Minami)

Video: F. Enns

Evang. Landeskirche in Baden: Arbeitsstelle Frieden 
Voice for peace Nr. 6: Friedensfragen 
"Können wir unsere christliche Ethik bei Konflikten mit anderen Religionen zugrunde legen?" Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ Universität Hamburg & Vorstandsmitglied der DOAM. Link: 
https://youtu.be/_Js4f3seossMehr videoclips aus der Reihe "Voices for Peace: Friedensfragen" der Arbeitsstelle Frieden in der Evang. Landeskirche in Baden | YOUTUBE.COM

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