Neue Gottesdienst-Materialien 2013

11. März 2013

1. Ein Brief
2. Ein Gebet - Pfr. M. Suzuki, Fukushima
3. Eine Andacht - Pfr. M. Suzuki, Fukushima

Diese Texte können hier als pdf heruntergeladen werden: 
Gebet und Brief              Gebet: Japanisch
Andacht 

Liebe Leserinnen und Leser:

Zur Kirchenkonsultation der japanischen und deutschen Kirchen Anfang Februar 2013 haben die Gäste aus Japan das folgende Gebet mitgebracht. Es wurde in den Gottesdiensten zum 11.3.2012 in vielen Gemeinden in Japan gebetet. Wir veröffentlichen dieses Gebet nun auch in deutscher Sprache, damit das Gebet oder Teile daraus ihren Platz finden in einem unserer Gedenkgottesdienste. Bitte, kopieren Sie die pdf-Version und geben sie den Text auch weiter an Kollegen und Freunde.
Mehr Informationen zu m Tohoku-Erdbeben, zur Tsunami und zum AKW Fukushima Daiichi finden sie auf der Homepage der DOAM (www.doam.org), der EMS (www.ems-online.org) und www.japan-communication.net.
25.02.2013
Mit freundlichen Grüßen, Deutsche Ostasienmission

 

1. Ein Brief vom Generalsekretär der Baptist Convention in Japan

Liebe Geschwister, Baptisten in der ganzen Welt

Am kommenden 11.3. jährt sich die große Erdbebenkatastrophe in Ostjapan, durch die knapp 20.000 Menschen umgekommen sind. Wir haben nach dem Erdbeben viel Ermutigung erhalten durch die Liebe Gottes, die Ihr uns gezeigt habt, durch Eure intensiven Gebete und wertvollen Spenden. Dafür danken wir Euch von ganzem Herzen und preisen den Namen Gottes, unseres HERRN.

Zur Erinnerung an die Erdbebenkatastrophe verfasste Pastor Makito SUZUKI ein Gebet. Er ist Pastor in einer Baptistengemeinde in Kōriyama, Fukushima, wo Strahlschäden wegen der AKW-Unfälle von Fukushima Daiichi auch heute noch andauern.

Pastor Suzuki ist Vorsitzender des Hilfskomitees vor Ort und hat an den Hilfstätigkeiten in der ganzen Region Tohoku, nicht nur in Fukushima, sondern auch in Iwate und Miyagi, teilgenommen.
In seinem Gebet sind Schmerz und Trauer in verschiedenen Gemeinden in Tohoku und ihr Vertrauen auf Gott, den Vater Jesu Christi enthalten.

Der 11. März ist ein Tag des HERRN.
Wenn Ihr dieses Gebet in Eurem Gottesdienst gemeinsam mit uns betet, sind wir dafür sehr dankbar.
Bitte betet für die Menschen, die jetzt noch unter den Katastrophen leiden, dass ihnen von Gott selbst Trost und Ermutigung gegeben werden. Bitte betet, dass die Gemeinden Jesu Christi Zeugnis ablegen können für Liebe, Glaube und Hoffnung, die Gott schenkt.

Gottes Geleit und Segen seien mit Euch,
in der kommenden Passionszeit


Japan Baptist Convention
Generalsekretar Makoto KATO


 

Gebet zum ersten Jahrestag der Großen Erdbebenkatastrophe in Ostjapan

Vorsitzender der Hilfskomitee vor Ort
an der Zentrale der Katastrophenhilfe der Japan Baptist Convention
Pastor Makito SUZUKI


HERR,
in der Nacht jenes Tages, als noch immer große Nachbeben andauerten und der Tsunami-Alarm noch nicht aufgehoben war, blieben Leute in Japan fassungslos angesichts der Bilder von Tsunamischäden, die im Fernsehen gezeigt wurden.

Am 11. März 2011 um 14:46:18 Uhr brach das große Tohoku-Erdbeben vor der pazifischen Küste aus (mit dem Epizentrum 130 km vor der Küste der Oshika-Halbinsel in der Präfektur Miyagi) und richtete beispiellosen Schaden an. 15.843 Tote, 3.469 Vermisste, das größte Erdbeben der Observierungsgeschichte Japans veränderte unsere Lebenswelt vollständig. Erdbebenschäden, Tsunamischäden und der Schaden vom havarierten Fukushima Daiichi AKW sorgte dafür, dass vielen Menschen das Leben geraubt wurde. Familienmitgliedern, Freunden und Freundinnen, alltägliches Leben und Arbeit – unsere Verhältnisse untereinander wurden zerrissen. Und noch immer befinden wir uns mitten im Schmerz. Auch nach einem Jahr können wir jenen Tag nicht vergessen.

Wir haben die Notunterkünfte besucht. Direkt nach dem Erdbeben waren sie im Zustand eines totalen Chaos. Zur Aufnahme von freiwilligen HelferInnen war wir noch nicht bereit. Trotzdem versuchten wir mit unsern Kräften irgendetwas zu tun. Wir wollten seelsorgerlichen Dienst an denen tun, die uns zuhörten. Ich saß neben einem Mann, der auf einer Matratze in einem mit Pappkarton aufgeteilten Raum lag, und konnte nichts tun außer darauf zu warten, dass er ein Wort spricht. Vor uns entfaltete sich eine jämmerliche Situation. Angesichts von leidenden und trauernden Menschen dachte ich, dass ich irgendetwas gegen diese Situation unternehmen müsste. Aber ich wusste nicht, wie ich mit diesen Menschen umgehen und mit welchen Worten ich sie ansprechen sollte. Da konnte ich nicht ein einziges Wort finden. Dort gab es eine unbeschreibliche Distanz, eine schwere, erdrückende Atmosphäre. Nur einige Stunden pro Tag dort zu sitzen machte mich total kaputt. Wenn ich auf unsere Hilfstätigkeiten zurückblicke, erinnere ich mich immer an diesen Ausgangspunkt.

Einer von uns begegnete einer Frau, die ihren Mann durch die Tsunami verloren hatte. Sie besuchte jeden Tag die Leichenhallen und suchte die Leiche ihres Mannes. Aber es dauerte Wochen, bis sie ihren verstorbenen Mann endlich finden konnte. Ich habe gehört, dass sie da gedacht haben soll: „Erleichtert! Ich muss nicht mehr hierher kommen.'' Als ich diese Worte hörte, dachte ich, durch welche schwere Zeit sie gegangen sein musste, und wurde sprachlos.

Eine von uns nahm an Abschiedsfeiern von unbekannten Toten vor dem Krematorium teil. Sie hat gesagt, jedes Mal, wenn sie sich an anonymen Feiern beteiligte, prägte sie auf dem Rückweg in ihr Herz ein, dass jede von diesen anonymen Personen ihre Familie, ihre FreundInnen und Bekannte hatte.

Viele von uns beschäftigten sich als Freiwillige mit den Aufräumungsarbeiten. Einer hat gesagt, während er Stück für Stück die Trümmer aufnahm, habe er darüber nachgedacht, dass jedes Stück voll von Lebenszeugnissen und Erinnerungen ist. Da musste er weinen.

Einer von uns begegnete Fluchtlingen aus der Evakuierungszone um die AKWs von Fukushima Daiichi. Er hat von ihnen gehört, dass sie alle mehrere Male, fünf, sechs oder sogar sieben Male, ihre Notunterkunft wechseln mussten. Nach den AKW-Unfällen änderte nämlich die Regierung ihre Richtlinien, eine nach der anderen, und erweiterte stufenweise den Radius der Evakuierungszone. Jedes Mal wenn die Richtlinie geändert wurde, mussten die Flüchtlinge wieder aus der eben erst erreichten Notunterkunft fliehen. Aber es gab keinen vorher zugewiesenen Weg zu einem anderen Zufluchtsort. Mit Hilfe von Hörensagen suchten sie nach einer neuen Notunterkunft. Wenn sie endlich eine gefunden hatten und um Aufnahme baten, wurden sie abgewiesen. So etwas passierte des Öfteren. Einer hat gesagt: „Am härtesten war es, dass mein Enkelkind auf der Flucht in der Kälte körperlich geschwächt wurde und Fieber bekam. Ich konnte keine Klinik finden, wo das Kind ärztlich behandelt werden konnte. Da waren wir wirklich hilflos." Auf diese oder ähnliche Weise suchten alle Zuflucht, vom Staat an der Nase herumgeführt, hier und dort in ihren Gefühlen tief verletzt. Diese Situation dauert immer noch an. „Ins eigene Heim zurück!“, das ist ihr einziger Wunsch. Ohne dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, verbringen sie ihre Zeit. Wenn wir an die Situation solcher Leute denken, können wir nicht anders, als ihren Ärger und ihre Irritationen am eigenen Leib zu fühlen.

Um uns herum gibt es auch jetzt noch das Leiden vieler Menschen, den unaufhörlichen Schmerz, die Stimme der Trauer, so viel Stöhnen und Schreien. Es gibt nichts, was wir dagegen tun können. Andererseits scheinen die Ereignisse der Erdbebenkatastrophe immer weiter in die Vergangenheit gerückt zu werden. Aber der Wiederaufbau schreitet nicht voran und mehrere Menschen sind noch in großer Not.

Es gibt Leute, die mitten im Leiden durch die AKW-Unfälle stehen. Leute, die in Notunterkünften innerhalb der Evakuierungszone wohnen; Leute, die aus Angst vor Strahlenschäden in eine andere Präfektur geflohen sind; Leute, die trotz ihrer Angst in der Präfektur Fukushima geblieben sind; Leute, die jetzt noch unter Lebensgefahr an den havarierten AKWs mit aller Anstrengung arbeiten, um sie unter Kontrolle zu bringen. Hier stehen wir, die wir durch irreführende Informationen über die Unfälle immer wieder an der Nase herumgeführt werden.

Unabhängig von den Problemen der AKW-Unfälle gibt es noch viele, die wegen fehlender Arbeitsplätze in der Heimatregion in eine andere Präfektur ausgewandert sind. In den Übergangswohnungen leben die Leute manchmal in Einsamkeit und Angst, weil sie ihre bisherige örtliche Gemeinschaft verloren haben. Manche erinnern sich an die hilflose Situation direkt nach der Erdbebenkatastrophe und leiden an Schuldgefühlen. Sie sagen: „Ich konnte da gar nichts tun“. Manche beginnen ihre neue Hauser zu bauen. Aber da fangen schon in den Übergangswohnungen die Probleme an: die Unterschiede zwischen denjenigen. die Häuser bauen können, und denjenigen, die sich dies nicht leisten können. Immer klarer wird ihre Distanz von einem zum andern im Herzen immer größer. Sie sind mit der Schwierigkeit konfrontiert, in der örtlichen Gemeinde zu leben.
HERR. lass uns diese Leute nicht vergessen. Lass uns die Stimme, die gehört werden will, hören und das richtig zu Herzen nehmen, was wir nicht vergessen dürfen.

Durch diese Katastrophe ist unser Glaube tief erschüttert und geprüft worden. Wir müssten gelernt haben, dass unser HERR die Liebe ist, dass unser HERR treu ist. Und dass alles, was HERR tut, gut ist. Aber jetzt geht es uns manchmal so, dass wir Dich, HERR, nicht verstehen können und fragen müssen: „Du, unser Gott, warum?". Wir müssten eigentlich wissen, dass wir gerade in einer Situation wie dieser einträchtig gemeinsam unsern Weg gehen sollten. Aber wir können nicht so einfach eines sein. Um uns gibt es Menschen, die unter vielen Schmerzen leiden. Aber wir können diesen Menschen nur selten beistehen. Durch die AKW-Unfälle haben wir die Torheit der Menschen vor Augen gesehen und möchten so etwas nie wiederholen. Wir müssten uns dessen voll bewusst sein, dass wir nicht weiter so machen dürfen. Aber wir bleiben noch dabei, die gleichen Fehler zu wiederholen. Angesichts der harten Wirklichkeit von der Katastrophe wurden uns vor unseren Augen ganz klar unsere Mangel an Glauben, an Liebe, an Geduld, unsere Unbeständigkeit und die Tiefe unserer Sünde gezeigt. Aber HERR, Du bist bei uns, die wir in diese Situation geraten sind. Du verlässt uns nicht und begleitest uns. Du gibst uns unsere Aufgabe als christliche Gemeinde und stellst uns auf diese Erde.

HERR, bitte führe uns. Dein Trost in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi geschehe an diesem Ort, wo jetzt noch Trauer und Schmerz herrschen. Deine Wahrheit werde offenbar. Lass jeden von uns sich an die Schmerzen in dieser Region erinnern und lass uns den Trauernden beistehen. Alles steht in Deinen Händen. In Deinen Händen bleiben auch heute noch jene Wunden, als Du ans Kreuz genagelt worden bist. Vor uns hast Du schon alle Schmerzen auf Dich genommen. Lass uns unsere Hoffnung allein auf Dich setzen und Schritt für Schritt vorangehen.
Wir bitten dies im Namen Jesu Christi, unseres HERRN.
Amen

 


 

Morgenandacht am 14. Februar 2013

 

Pfr. Makito Suzuki
(Japan Baptist Convention, Koriyama Kosmos Dori Kirisuto-kyokai)
Deutsch-Japanische Kirchen-Konsultation von NCC-J und EKD in Hamburg

 


Wir hatten eben gebetet „Gott, schenke uns Frieden!“
Heute möchte ich Ihnen Zeugnis für dieses Gebet geben.
Wenn ich an „Frieden“ denke, so taucht in mir folgendes Szene auf:
Als sich die Jünger nach der Kreuzigung in ein Zimmer einschlossen, voller Angst und ohne Hoffnung, erschien ihnen Jesus und sprach: „Friede sei mit euch!“
Ich glaube, dass Jesus Christus derjenige ist, der uns Ruhe, Frieden, Hoffnung gewährt – zu welcher Zeit auch immer.

Heute möchte ich Ihnen dies von zwei Menschen bezeugen.
Der eine ist ein Mann in den dreißiger Jahren. Dieser Mann rief mich eines Abends in der Kirche an und sagte: „Ich habe eine Frage.“
Der Inhalt seiner Frage war, ob nach der Bibel Selbstmord eine Sünde sei.
Als ich ihm weiter zuhörte, erfuhr ich, dass seine Familie infolge des Tsunami der Großen Katastrophe von Ost-Japan am 11. März 2011 umgekommen war.
Zuerst fragte ich ihn, ob er nicht am nächsten Tag zur Kirche kommen könnte, damit ich ihm direkt zuhören könne.
Aber dann erfuhr ich, dass der Mann zu dieser Zeit bereits sein Handgelenk aufgeschlitzt hatte.
Nachdem ich mich versichert hatte, dass er die Wunde selbst verbinden konnte, bat ich ihn, gleich zur Kirche zu kommen.
Als dieser Mann zur Kirche kam, begriff ich, dass er tief verletzt war. Daher umarmte ich ihn und sagte: „Das war schlimm, das war bitter.“
Da begann der Mann, in Tränen auszubrechen.
Dann erzählte er mir von seiner Erfahrung.
Seine Familie wohnte in der Stadt Iwaki in der Präfektur Fukushima.
Er war LKW-Fahrer und befand sich zur Zeit des Ausbruchs der Katastrophe an einem Ort weit entfernt von zu Hause.
Als er von der Katstrophe erfuhr, wollte er schnell nach Iwaki zurückkehren.
Aber es war nicht so einfach zurückzufahren.
Wegen der durch die Katastrophe verursachten Verkehrsstaus und der Umleitungen brauchte er schließlich drei ganze Tage, um nach Hause zu gelangen.
Dort traf er nur noch seinen jüngeren Bruder an.
Nach etlichen Tagen fand man die Leichen seiner Frau und seiner Mutter.
Für ihn war es die einzige, unersetzbare Familie.
Aber dies war nicht das einzige, was er zu ertragen hatte. Darüber hinaus verletzte ihn sein Bruder, als er ihm vorwarf:
„Weil du nicht zu Hause warst, ist dies passiert. Ich vergebe es dir nicht.“
Als der Tsunami hereinbrach, hatte er alleine versucht, die Mutter zu retten.
Aber er vermochte dies nicht, vor seinen Augen wurde sie vom Tsunami weggerissen.
Der schmerzlichste Umstand war für den jüngeren Bruder, dass der ältere Bruder nicht da war, auf den er sich bisher verlassen hatte, das war sehr hart für ihn, denke ich.
Aber nachdem der ältere Bruder diese Worte des Jüngeren hatte hören müssen, wurde es für ihn unmöglich, noch mit ihm zusammen zu wohnen.
Er zog von Iwaki um nach Koriyama und lebte hier alleine.
Da er auch seine bisherige Arbeit verloren hatte, wurde er Busfahrer für die Arbeiter, die im Fukushima AKW I Reparatur-Arbeiten ausführten. (Er fuhr sie zwischen Unterkunft und AKW hin und her.)
So verbrachte er auf diese Weise eine Zeit lang, aber da er schließlich mehr als die zugelassene Menge der radioaktiven Verstrahlung erhalten hatte, verlor er auch seine Arbeit als Fahrer.
Danach fand er eine andere Arbeit, aber nach einiger Zeit empfand er in seinem Körper ein abnormales Gefühl; er ließ sich untersuchen, und als Ergebnis stellte sich heraus, dass er Lungen-Krebs hatte.
Als er derartige Erfahrungen gemacht hatte, dachte er: das ist das Ende, ich bringe mich jetzt um. Da fiel ihm die Kirche ein, in der er gegangen war, als er noch klein war. Daher telephonierte er mit mir in der nächsten Kirche.
Als ich dies hörte, fehlten mir jegliche Worte.

Ich möchte Ihnen noch das Zeugnis eines weiteren Menschen mitteilen.
Diese Person ist eine Oma, die einer meiner Pfarr-Kollegen in Otsuchi-cho in der Präfektur Iwate in einer provisorischen Unterkunft getroffen hatte.
Als er in diese provisorische Unterkunft kam, sah er eine einsame Person, daher setzte er sich eine Weile an ihre Seite. So erzählte sie ihm ihre Erfahrungen.
Ihr Sohn war im Tsunami umgekommen.
Aber nicht nur das, ein unerträgliches Erlebnis war, dass der Sohn ihres Sohnes, also ihr Enkel, ihr folgendes sagte:
„Es wäre besser gewesen, wenn es nicht mein Vater gewesen wäre, sondern die Oma!“
Als die Großmutter diese Worte hörte, wurde es für sie hinfort unmöglich, noch als Familie zusammen zu leben.

Wenn ich an den jüngeren Bruder des zuerst genannten Mannes denke oder an den Enkel der Großmutter, kommen mir verschiedene Dinge in den Sinn. Ich denke, dass beide vermutlich ihre Worte hinterher bereut haben.
Unter dermaßen schockierenden Erfahrungen dieser Katastrophe verhalten sich Menschen nicht normal. Ich vermute, diese beiden sagten Worte ohne nachzudenken, unüberlegt. Aber für die Betroffenen wurden sie zu lebenslangen Verletzungen, die sie nicht vergessen können.

Während sie solche Verletzungen in sich tragen, können sie sich noch nicht darüber freuen, dass sie überlebt haben.
Wenn wir solchen Menschen begegnen, können wir nur sagen: „Leben Sie bitte wenigsten im Heute.“ „Danke dafür, dass man bisher die Möglichkeit zum Leben erhalten hatte.“
Die Wirklichkeit der Katastrophe ist, dass sie den Menschen viele Dinge gewaltsam entrissen hat. Körperlich und seelisch, in menschlichen Beziehungen und auch religiös haben Menschen sehr vieles verloren. Zahllose Menschen wurden sehr verletzt.

Unter diesen Bedingungen leben Menschen, die noch verschiedenste Schmerzen in sich tragen.

Darüber hinaus müssen solche Menschen im Katastrophengebiet täglich ein hartes Leben zubringen. Eine Person sagte einmal Folgendes:
„Von anderen Menschen wird oft gesagt, seit dem die Katastrophe schon ein Jahr vorbei ist, wird es doch besser. Aber so verhält es sich nicht. Weil ein Jahr vergangen ist, wurde es härter. Vor einem Jahr haben wir uns noch bemüht, aber jetzt sind unsere Anstrengungen erlahmt.“
Unter solchen Bedingungen leben diese Menschen.

Darüber hinaus, in den radioaktiv verstrahlten Gebieten in und außerhalb der Präfektur Fukushima werden die Strahlenschäden von jetzt an ein schlimmes Problem werden. Besonders haben wir Angst um die Kinder.
Beten Sie bitte für Japan.
Ich habe Ihnen die Worte eines Gebetes mitgebracht, welches wir im vergangenen Jahr zum ersten Jahrestag der Katastrophe verfasst haben. Heute möchte ich dieses Gebet mit Ihnen teilen. (Text anschließend)

(Übersetzung: Martin Repp)



 

 

 

 

 

 

Video: F. Enns

Evang. Landeskirche in Baden: Arbeitsstelle Frieden 
Voice for peace Nr. 6: Friedensfragen 
"Können wir unsere christliche Ethik bei Konflikten mit anderen Religionen zugrunde legen?" Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ Universität Hamburg & Vorstandsmitglied der DOAM. Link: 
https://youtu.be/_Js4f3seossMehr videoclips aus der Reihe "Voices for Peace: Friedensfragen" der Arbeitsstelle Frieden in der Evang. Landeskirche in Baden | YOUTUBE.COM

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Am 11. März 6:46 Uhr jährt sich das Erdbeben in Fukushima. Christen und ihre Helfer vereinigen sich weltweit zum Gebet.

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 (Foto: Kata)
Die Deutsche Ostasienmission

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