40 Jahre:

Das Schuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan für ihr Verhalten während des Zweiten Weltkriegs
26. März 1967 - 26. März 2007

KAINO Nobuo, Der Entwurf des Kriegsschuldbekenntnisses des Kyodan (1967) | pdf
MORINO Zenemon, Die Aufnahme und Entwicklung des Schuldbekenntnisses | pdf  
TAIRA Natsume, Das Schuldbekenntnis als eine Herausforderung | pdf
FUKASAWA Shou, "40 Jahre Wüste" und "40 Jahre Kriegsschuldbekenntnis" | pdf
SHOJI Tsutomu, Gedanken zu 40 Jahren Schuldbekenntnis des Kyodan | pdf
KONDO Katsuhiko, "Schuldbekenntnis... - Bedeutung und Probleme" | pdf

Schuldbekenntnis: Bedeutung und Probleme

Das Schuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan für ihr Verhalten während des Zweiten Weltkriegs - Bedeutung und Probleme

KONDO Katsuhiko

Bevor ich mit meinem kurzem Vortrag beginne, mochte ich mich bei Ihnen für die Evangelisationsarbeit, die Sie in Asien tun, bedanken. Ich wurde gebeten, heute über das "Bekenntnis der Verantwortung der Vereinigten Kirche [Christi] in Japan während des 2. Weltkrieges" (dem sogenannten "Schuldbekenntnis des Kyodan") zu sprechen.

Der Text des "Schuldbekenntnisses der Vereinigten Kirche Christi in Japan" wurde 20 Jahre nach der Niederlage Japans, im Jahr 1967, durch die Initiative des damaligen Moderators der Kyodan Synode, in Form eines "Moderator-Kommuniques" veröffentlicht. Das war ein kurzer Text auf einer B5 Seite von etwa 1.000 Zeichen. Sein Inhalt lautete, "Als unser Vaterland schuldig wurde, haben wir als Kirche mit ihm gesündigt", "Wir gaben im Inland und Ausland eine Erklärung ab, in der wir den Krieg guthießen und unterstützten. Und wir beteten für den Sieg", "Wir beichten", dass wir "unsere Berufung, "Wächter des Landes" zu sein, vernachlässigt haben", "Wir bitten den Herrn um Vergebung, ebenso die Länder der ganzen Welt, besonders, die in Asien, die Kirchen und die Brüder und Schwestern dort, sowie auch unser eigenes Volk."

Besonders einige Briefe, die wahrend des 2. Weltkrieges im Namen der Vereinigten Kirche Christi in Japan an die asiatischen Länder verschickt wurden, haben die damalige .militärische Invasionspolitik Japans .gutgeheißen und ihre Inhalte übernommen. Es wäre besser gewesen, wenn sie nicht verschickt worden wären, sondern stattdessen Briefe mit anderem Inhalt. Deshalb war später die Bitte um Verzeihung selbstverständlich. Ich denke, man kann sagen, dass die Bedeutung der Erklärung darin liegt, dass sie den Willen, Abbitte zu tun, deutlich gemacht hat. Aber danach, als es darum ging, wie die Erklärung einzuschätzen sei, geriet die Vereinigte Kirche Christi in Verwirrung. Der Kyodan hat einen außerordentlichen Ausschuss gegründet und versucht, die Art und Weise der Einschätzung der Erklärung zu präzisieren und die Verwirrungen zu verhindern. Tatsache ist jedoch, dass die Verwirrungen nicht aufgelöst werden konnten. Außerdem kam hinzu, dass im folgenden Jahr an allen japanischen Universitäten, so wie auch in Frankreich und Deutschland, die Studentenunruhen begannen, und besonders die gewalttätige Bewegung des neuen linken Flügels auch in den Kyodan eingedrungen war. Das hatte entscheidende Auswirkungen, sodass die Vereinigte Kirche Christi in Japan für fast 40 Jahre in "Kyodan-Unruhen" verwickelt wurde und diese Krise bis heute nicht vollständig überwunden werden konnte. Die Unruhen veränderten nach und nach ihre Inhalte. So verbreitet sieh zur Zeit durch die Forderung eines Flügels im Kyodan, hinsichtlich der Austeilung des Abendmahls auch an Nichtgetaufte, was eine Verwirrung des Glaubens und der Ordnung hervorruft, ein zerstörerischer Einfluss auf die Identität der Christen in der Kirche. Hinzu kommt der Einfluss von Theo Sundermeier aus Heidelberg mit seiner christologisch falschen Argumentation des Sakramentsverständnisses, nämlich, dass auch Menschen anderer Religionen als Zeichen der Gastfreundschaft das Abendmahl ausgeteilt werden sollte.

Nun, die Einstellungen der Kyodan-Pfarrer zum "Schuldbekenntnis des Kyodan" lassen sich in folgenden 5 Standpunkten zusammenfassen. Erstens gibt es den Standpunkt, das "Schuldbekenntnis des Kyodan" nicht anzunehmen. Dafür werden verschiedene Gründe genannt, z.B., Nicht die Vereinigte Kirche Christi in Japan, sondern vielmehr ein "Japanisches Schuldbekenntnis" sollte diskutiert werden, denn unter dem Druck während des Krieges hatte der Kyodan keine Freiheit zum Widerstand. Zweitens gibt es den Standpunkt, das "Schuldbekenntnis des Kyodan" als Moderator-Kommunique anzuerkennen, aber ihm darüber hinaus keine übertriebene Achtung zu erweisen. Drittens gibt es folgenden Standpunkt: Dem "Schuldbekenntnis des Kyodan" nicht nur Achtung entgegen zu bringen, sondern es dem "Glaubensbekenntnis" des Kyodan gleichzusetzen. Der Text des "Glaubensbekenntnisses des Kyodan" wurde 1954 auf der Kyodan Synode unter Druck mit großer Mehrheit entschieden. Es bekennt hauptsachlich die Inhalte des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, betont die Bibel als Kanon, Trinität und Christologie, außerdem Glaubensgerechtigkeit, Heiligung und die einheitlichen Zeichen der Kirche. Diskutiert wird, ob das "Schuldbekenntnis des Kyodan" ihm inhaltlich hinzugefügt werden soll oder als "das 2. Glaubensbekenntnis" daneben gestellt werden soll. Es gibt auch den Standpunkt, das "Glaubensbekenntnis des Kyodan" zu ignorieren und stattdessen dem "Schuldbekenntnis des Kyodan" mehr Gewicht zu geben. Das würde bedeuten, dass bei einer Taufe nicht das "Glaubensbekenntnis des Kyodan" bekannt würde, sondern das "Schuldbekenntnis" gesprochen würde, doch das "Schuldbekenntnis" hat für das Bekenntnis des Glaubens im Blick auf die Taufe keine Formulierungen. Die Formulierungen des "Schuldbekenntnisses" seien noch zu unbefriedigend, es brauche eine radikalere politische Haltung, fordert die fünfte Meinung. Diese lehnt auch das "Glaubensbekenntnis" ab.

Wegen dieser angespannten Situation hat der derzeitige Moderator des Kyodan auf der Kyodan-Synode im letzten Jahr in seinem zusammenfassenden Bericht von "40 Wüstenjahren" gesprochen und die Spannungen sowie die darin begangenen Fehler des Kyodan in 12 Punkten bekanntgegeben. Darin heißt es im 9. Punkt, dass es "ein Fehler war", den kirchlichen Stellenwert des "sogenannten Schuldbekenntnisses während des 2. Weltkrieges" nicht deutlicher gemacht zu haben. Warum entstanden eigentlich die Spannungen in der Vereinigten Kirche Christi in Japan um das "Schuldbekenntnis wahrend des 2. Weltkrieges"? Es gibt mehrere Gründe, von denen ich besonders drei nennen kann.

Erstens, es wurde als "Moderator-Erklärung" auf kirchlich niedrigem Niveau beschlossen. Eine "Moderator Erklärung" ist kein "Glaubensbekenntnis" und unterscheidet sich erst recht von einer kirchlichen, bzw. theologischen Erklärung. Tatsache ist, dass es über den veröffentlichten Inhalt im voraus weder eine außerordentliche Ausschusssitzung, die die Erklärung geprüft hat, noch ein Ratsmitglied des Kyodan, geschweige denn der Synode gab, der sie hatte prüfen oder korrigieren können. So wurde eine persönliche Äußerung des Moderators als bedeutendes Thema, auf einfache Weise in einem kirchlichen Dokument verabschiedet. Dass es Pastoren gibt, die dieses wie das "Glaubensbekenntnis des Kyodan" behandeln, es als "Glaubensbekenntnis" einsetzen wollen und wichtig nehmen, bedeutet, dass es in der Vereinigten Kirche Christi in Japan Pastoren gibt, die die Angelegenheit weder theologisch noch ekklesiologisch angemessen einordnen können.

Zweitens ist der Inhalt dieses Textes so kurz, ungenügend und erträgt keinerlei theologische Prüfung. Folglich gibt es für ihn auch keine ernstzunehmende Forschungsebene. "Wir hatten, was den Krieg angeht, nicht ins gleiche Horn blasen dürfen", so heißt es, aber der Grund wird nicht erklärt. Der Ausdruck "Jener Krieg" bedeutet, so denke ich, dass diese Moderator-Aussage nicht auf pazifistische Weise allgemein den Krieg verneint. Jedoch, ob sie den Standpunkt einnimmt, dass es einen "gerechten Krieg" geben kann, auch wenn "jener Krieg" kein "gerechter Krieg" war, ist auch nicht klar. Es wird nicht begründet und ordentlich darauf hingewiesen, dass der Krieg ungerecht war. Auch über die Beziehung zwischen Kirche und Staat wird nicht diskutiert. Im Ganzen ist das Dokument untheologisch und sentimental. Sowohl gewöhnliche Pastoren als auch Christen des Kyodan haben mit dem Problem keinerlei Berührung, und die meisten Menschen bejahen das "Schuldbekenntnis" als pazifistisches Dokument.

Drittens, der Grund des "Schuldbekenntnisses", wie über die Kriegsverantwortung Japans gedacht wird, wie in dem Zusammenhang über den Standort in der Japanischen Kirche gedacht wird, dieses große Problem ist nach wie vor nicht zu Ende diskutiert.

Ich mochte kurz meine Meinung dazu äußern. So wie der Mandschurei-Krieg 1931 und der Rokokyo-Zwischenfall 1937 in Peking zeigen, bezieht sich die Formulierung "jener Krieg" auf das, was ein Teil der Führer der alten japanischen Armee herbeigeführt hat. Das damalige Ministerium konnte sie nicht aufhalten, sondern wurde quasi mitgeschleppt und hat so den Krieg weiter ausgebreitet. Die Zeitungen und Intellektuellen bliesen ins gleiche Horn und hetzten das Volk auf, den Krieg zu unterstützen. Der Tenno hatte selbstverständlich eine besondere Verantwortung. Seine Untergebenen tragen ebenso entsprechende Verantwortung. Überdies trägt das gesamte japanische Volk Verantwortung. Auf religiöser Ebene trägt besonders der Staats-Shinto Verantwortung. Und was ist mit den Kirchen? Die japanische Kirche war in einer andersgläubigen und der dem Tennosystemabsolitismus unterworfenen Gesellschaft eine Minderheitsgruppe. Während des Krieges wurde sie unterdrückt, einige christliche Führer waren im Gefängnis. In diesem Sinne unterscheidet sich ihre Verantwortung total von der, die die deutsche Kirche in der Zeit von Kaiser Wilhelm bis in die Nazizeit tragen musste. 1ch denke, der damalige Kyodan hatte einen möglichst "passiven Widerstand" durchsetzen sollen. Aber der damalige Kyodan konnte den "passiven Widerstand" nicht durchsetzen und blies ins gleiche Horn, selbst wenn er meint, es unter Zwang getan haben zu müssen. Deswegen muss auch der Kyodan Buße tun. In diesem Fall meint Buße, grundsätzlich in der Situation des Bekennens (status confessionis), in der man der Dringlichkeit, seinen eigenen Glauben bekennen zu müssen, nicht ausweichen kann, die "Durchsetzung der Aufrichtigkeit des Glaubens" nicht zufriedenstellend geleistet zu haben. Doch angesichts dieser Probleme scheint mir das Dokument des "Schuldbekenntnisses" unzulänglich und unangemessen zu sein. Das Dokument selbst ist unter dem Einfluss des Zeitgeistes der 60er Jahre entstanden, d.h. es ist nicht anzunehmen, dass es ein Ausdruck der Treue des Glaubens in "status confessionis" war. Die "Glaubensbekenntnishaltung" war seit den 40 Wüstenjahren bis heute schwach. Die japanische Kirche Christi in Japan strebte währenddem bis heute immer nur eine Wiederherstellung des politischen Systems an. Eine vom Glaubensbekenntnis her gewachsene theologische Haltung konnte noch nicht festgelegt werden. Das ist seit Jahren die Aufgabe. der Vereinigten Kirche Christi in Japan.

Nun, was das Problem der Kriegsverantwortung Japans angeht, die "Tokyoter Gerichtsverhandlung" bezüglich der Kriegsverbrechen fand unter der Besatzung der amerikanischen Armee statt. Aber für die japanische Gesellschaft war damit das Problem nicht gelöst. Der Grund dafür war, dass die japanische Gesellschaft als Ganze, dadurch, dass sie in den Nachkriegsjahren die wirtschaftliche Restaurationsideologie an die erste Stelle setzte, dieses Problem ungelöst liegen ließ, und dass Kriegsverantwortung und Kriegsverbrechen, angesichts des in Japan verbreiteten kollektivistischen Systems, also völlig anders als bei den Nazis, Verantwortung nur schwer auf eine bestimmte Gruppe von Menschen festgelegt werden konnte. Hinzu kommt, dass im Grunde genommen für Japaner das Fortbestehen des "Shogunats der Seele" (der "Abschließung des Landes" im Blick auf die Seele) und des "alten Nationalismus" die Achtung gegenüber den asiatischen Nachbarländern unzulänglich blieb und die von der "Allgemeingerechtigkeit" abgeleitete Sensibilität für "allgemeinen Werte", nämlich die Herrschaft des Gesetzes, die Freiheit, die Menschenrechte, die Demokratie, nur schwach ausgebildet ist.

Auf jeden Fall hat die japanische Gesellschaft das Problem der Kriegsverantwortung als ihr eigenes Problem unklar liegen gelassen. Deshalb gibt es immer noch das Tennosystem, "die offiziellen Ministerpräsidentenbesuche im Yasukuni-Schrein" des letzten Ministerpräsidenten Koizumi Junichiros, (im Yasukuni-Schrein werden Kriegsverbrecher als Götter verehrt), und die .Äußerung des gegenwärtigen Ministerpräsidenten ABE Shinzos bezüglich der "koreanischen Zwangsprostituierten", sie wären nicht "von der japanischen Armee genötigt worden". Wie kann er sagen, dass es in jener Zeit keinen Zwang gegeben habe, dieses zu verstehen macht mir Mühe. Möglicherweise war die japanische Armee nicht direkt beteiligt, sondern hat Privatmenschen benutzt, oder. die japanische Armee hat die Zwangsabführung der "Trostfrauen" nicht selbst entschieden. Doch man kann sich gut vorstellen, dass sich hinter den Kulissen der Herrschaft der alten japanischen Armee Privatmenschen bewegten und wahrscheinlich in vielen Fällen direkt beteiligt waren. Die japanische Armee hat ohne Bezug auf eine offizielle Entscheidung, ohne Entscheidung der Regierung, militärische Intrigen durchgeführt, Nanking angegriffen und den Sino-Japanischen Krieg ausgelöst. Ich frage mich, ob in einer Zeit, in der gehandelt wurde, ohne die Herrschaft des Gesetzes und den Gehorsam gegenüber offiziellen Entscheidungen ernst zu nehmen, vor den Augen der japanischen Armee überhaupt in Freiheit gelebt werden konnte? In den 8 Jahren unter der Herrschaft des enthusiastischen Ultranationalismus seit 1937 wurde der Freiheitsraum eingeengt. Die Gottesdienste in der Kirche wurden jeden Sonntag unter Aufsicht von Kriminalpolizisten in Zivil gefeiert. Das Problem des japanischen Schuldbekenntnisses ist sowohl im Blick auf die Beziehungen Japans zu den, asiatischen Ländern, als auch für Japan selbst, in Bezug auf die Ausbildung des neuen Volkscharakters ein wichtiges Problem. Ich bin besorgt, da die jetzige japanische Regierung wieder ein starkes nationalistisches Gefälle aufweist. In dieser Lage muss die Vereinigte Kirche Christi in Japan sicher im Glauben an das Evangelium stehen und sowohl die Kirche als auch die Christen ihrer Identität entsprechend vorangehen. Vor allem ist es wichtig, von Gottes rettender Gnade behütet und im Glauben aufrichtig zu leben und in der schwierigen Situation die Glaubensaufrichtigkeit durchzusetzen. Deswegen muss sie hinsichtlich der theologischen und dogmatischen Erkenntnis noch präziser werden. Und sie muss die Augen des Herzens offnen für die Gemeinschaft mit Kirchen in aller Welt, vor allen denjenigen mit gleichen Glaubenswurzeln, wie in den asiatischen und europäischen protestantischen Kirchen. Theologie muss als eine für die Kirche konstitutive Theologie entfaltet werden und sie muss die Evangelisation als den wesentlichen Faktor der Heilsgeschichte aktiv verstehen. Außerdem, muss sie wohl eine kirchliche Konzeption für die Weltpolitik entwerfen. "Das Schuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan für ihr Verhalten während des 2. Weltkrieges" hat dieses nicht vollbringen können, und wir müssen darum nicht aus dem Erreichten von ihm, sondern aus dem Nichterreichten noch viel lernen.

Damit wäre mein kurzer Vortrag beendet. Ich mochte Fräulein Pfarrerin Gudrun Scheer für die Mühe Dank sagen, diesen Vortrag ins Deutsche übersetzt zu haben. Und ich wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihre diesjährige Begegnung und hoffe, dass Sie einen bedeutungsvollen Aufenthalt in Japan haben.

Dr. KONDO Katsuhiko lehrt an der Kirchlichen Hochschule der Vereinigten Kirche Christi in Japan (TUTS).
Der Vortrag wurde im Frühjahr 2007 in Tokyo beim Treffen der deutschen Auslandspfarrer in Ostasien gehalten. Leider steht uns die Replik von Dr. SUZUKI Shozo auf diesen Vortrag nicht zur Verfügung.

Kyodan/Schuldbekenntnis

Kyodan - Vereinigte Kirche Christi in Japan

1941 Gründung unter staatlichem Zwang

1954 Glaubensbekenntnis

26. März 1967 Schuldbekenntnis bezüglich der Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg

Als pdf-Dateien:
Stuttgarter Erklärung
Darmstädter Wort

Die Stuttgarter Erklärung von 1945
Text von der Homepage der Markuskirche in Stuttgart

Das Darmstädter Wort von 1947
Text aus Wikipedia.

Christen und Kriegsschuld
von KAWADA Takero

Vor einiger Zeit hat ein junger Parlamentarier bezüglich Japans Kriegsschuld gesagt: „Den Krieg habe ich nicht gemacht“ und damit eine große Diskussion in Gang gesetzt. Für mich ist es ein seltsames Gefühl meine Identität als Japaner vom Krieg zu trennen.

Dinge, die in der Welt passieren, haben auch irgendwie Einfluss auf mich. Solange diese Phänomene mich berühren, ich ehrlich mit ihnen kämpfe, verändert sich ihr Einfluss zum Guten.

Die Vereinigte Kirche Christi in Japan (Kyodan) hat während der Weltkriegszeit den Krieg aktive befürwortet. Trotz oder wegen seiner Gründungsgeschichte (Zwangvereinigung der japanischen protestantischen Christen durch die damalige Regierung) kann der Kyodan Fehler, die der Staat macht, übersehen, da er ja selber Teil des modernen japanischen Staates ist.

Das Christentum hat einen engen Zusammenhang sowohl mit den Kreuzzügen als auch mit dem heutigen Irakkrieg. Es ist also unmöglich als Christ frei von Kriegsschuld zu sein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Japan ein reiches und wohlhabendes Land geworden. Aber im Hintergrund gab es stets den „Kalten Krieg“. Japan macht also immer noch Krieg. Als selbstbewusster Mensch, sollte man bereit sein, seine eigene „Kriegsschuld“ einzugestehen.

KAWADA Takero ist Mitglied in der Shirota-Gemeinde des Kyodan.
Aus: Fukuin to Sekai 3/2007, S. 52.

BAPTIST CONVENTION
テスト連盟

Die Japanese Baptist Convention ist eine von zwei baptistischen Kirchen in Japan. Beide gehören zum Nationalen Christenrat (NCCJ).

1889 erste Missionare aus USA

1941 Zwangsvereinigung mit dem Kyodan

1947 schliessen sich 16 Gemeinden in Fukuoka zur Japanese Baptist Convention zusammen

1979 Bekenntnis des Glaubens

2002 Friedenserklärung - ein Glaubensbekenntnis

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