9. April 2014

RNZ 2014-04-09
Gewalt gegen Roma nimmt zu
Amnesty: Politik trägt Mitschuld.  Berlin. (dpa) 

Die Roma, .Europas größte ethnische Minderheit, sind nach einem Amnesty-Bericht immer häufiger rassistisch motivierten Schikanen und Gewalt ausgesetzt. D1e Menschenrechtsorganisation warf EU-Staaten wie Frankreich und Tschechien vor, Roma nicht ausreichend zu schützen. In Griechenland gehe die Polizei selbst mit „rassistischer Gewalt" gegen sie vor.
Amnesty führt mehrere Fälle von Übergriffen auf Roma auf, die von der Polizei nicht verfolgt worden seien - beispielsweise bei Protestmärschen von rechten Gruppen im vergangenen Sommer in Tschechien. Im französischen Marseille sei 2013 der Angriff eines rechten Mobs gegen eine Gruppe von zehn Roma ohne juristische Folgen geblieben, weil die Roma aus Angst nicht zur Polizei gegangen seien. Die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Selinin Caliskan, kritisiert: „Statt entschlossen der Gewalt und Diskriminierung entgegenzutreten, schüren viele europäische Politiker sogar den Glauben, Roma seien für ihre Ausgrenzung selbst verantwortlich."
Insgesamt leben mehr als zehn Millionen Roma in der EU, davon etwa 100 000 in Deutschland. Anlässlich des Internationalen Roma-Tags am gestrigen Dienstag warnte auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD), vor „dramatischen"
Folgen von Ausgrenzung - beispielsweise auf dem Wohnungsmarkt oder bei der Ausbildung. Claudia Roth (Grüne) kritisierte, auch Deutschland habe seine Hausaufgaben noch nicht gemacht.


Am Nachmittag in Frankfurt am Main. Die Japanische Evangelische Gemeinde Frankfurt hat vor einem Jahr die Verantwortung für ein Seminar für japanische Mütter mit kleinen Kindern übernommen. Das Zentrum Ökumene der Hessischen Landeskirche hatte die Finanzierung beschlossen. Es geht um junge japanische Familien mit kleinen Kindern, die in absehbarer Zeit für einen Urlaub oder auch endgültig nach Japan zurückkehren - manche nach Nordost-Japan. Wie gehe ich mit der Radioaktivität in Japan um? Wie kann ich meine Kinder beschützen? Was muß ich im Blick auf die Ernährung wissen? Wo gehe ich besser nicht hin, um die Kleinen nicht zu gefährden? 
Jodtabletten, die zumindest teilweise am 11.3.2011 bei Ärzten in Fukushima bereit lagen, wurden damals nicht verteilt, um eine Panik zu verhindern (wie die Regierung es forderte; jetzt wird bekannt, dass die Ärzte und ihre Familien aber die Jodtabletten selbstverständlich eingenommen haben!). Jodtabletten sind aber nur in den ersten Stunden oder Tagen nach einer Verstrahlung sinnvoll. Auf lange Sicht gesehen ist Caesium viel gefährlicher: es setzt sich in Knochen und Zähnen fest und kann nicht mehr herausgelöst werden. Es wird also ein Leben lang strahlen. Und am meisten bei kleinen Kindern. Aber die Meßgeräte können das Caesium erkennen und feststellen. Noch gefährlicher vielleicht ist jedoch Strontium: schwer zu messen, die Meßgeräte sind viel teurer, darum gibt es kaum Erfahrung mit diesem Element Aber auch Strontium bleibt, wie Caesium, 28 Jahre (Halbwertszeit) gefährlich. Hier müßte gemessen und gründlich geforscht werden, aber es gibt weder die Geräte noch die Forscher. Ganz zu schweigen von allen andern Strahlungen, deren konkretes Gefahrpotential noch gar nicht bekannt ist. 
Heute berichtete Frau Dr. Siedentopf von der internationalen Anti-Atomkraft-Konferenz im März in Sendai/Japan, von der Verschleierungspolitik der jap. Regierung, von den Ängsten der Menschen, jungen und alten in Nordostjapan, vom Desinteresse der jap. Regierung, den Menschen in Fukushima wirklich zu helfen, vom Bemühen der jap. Politik, die Gefahren (Erdbeben, Radioaktivität, Gesetz zur Sicherung von Staatsgeheimnissen, Export von AKWs usw.) insgesamt herunterzuspielen.
Heute kamen 4 junge Mütter mit 5 kleinen Kindern. Eine Familie wird im Mai für 6 Wochen Urlaub zu Hause machen. Ihre Heimat liegt in Ostjapan ... Es war das achte Seminar. Bis zum Sommer werden noch zwei weitere stattfinden. Ab Herbst muss neu geplant werden, d.h. es muss nach neuen Finanzmitteln gesucht werden.




 

Video: F. Enns

Evang. Landeskirche in Baden: Arbeitsstelle Frieden 
Voice for peace Nr. 6: Friedensfragen 
"Können wir unsere christliche Ethik bei Konflikten mit anderen Religionen zugrunde legen?" Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ Universität Hamburg & Vorstandsmitglied der DOAM. Link: 
https://youtu.be/_Js4f3seossMehr videoclips aus der Reihe "Voices for Peace: Friedensfragen" der Arbeitsstelle Frieden in der Evang. Landeskirche in Baden | YOUTUBE.COM